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Radha-Govinda-Manir Project

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Next Ekadasi: September 18, 2010
Das Ergebnis der Hingabe

Srila Bhakti Ballabh Tirtha Gosvami Maharaja

Einmal alle drei Jahre veranstaltet die Sri Caitanya Gaudiya Matha den 84 krosas langen Vraja-mandala parikrama (1 krosa = 3km). Er dauert den ganzen Kartika-Monat über an. Während der letzten Tage dieses parikramas im Jahre 1987 – es war in Gokula-Mahavana, stellte sich Srila Bhakti Ballabh Tirtha Gosvami Maharaja selbst folgende Frage, um uns zu unterweisen: „Immer wenn wir unsere Bemühungen um Hingabe verstärken, verstärkt sich eher unsere Anziehung zu dieser Welt als zum Höchsten Herrn. Warum ist das so?“ Im Anschluss folgen die göttlichen und erhabenen Worte Srila Bhakti Ballabh Tirtha Gosvami Maharajas, die unser Herz reinigen und den Bhaktas, die Zuneigung zu Sri Guru, Gauranga und Sri Sri Radha-Krishna besitzen, Freude bereiten.

So viele Tage habt ihr nun beim Vraja-mandala parikrama mitgemacht. Ihr habt über die Herrlichkeiten dieses parikramas gehört. Wenn wir bei einem solchen parikrama mitmachen, vermehrt sich unsere Liebe und Zuwendung zum Höchsten Herrn, und gleichzeitig verlieren wir das Interesse an jeglichen Themen, die nicht mit dem Höchsten Herrn in Verbindung stehen. Wir hatten Gelegenheit, die fünf wichtigsten Vorgänge von Bhakti zu praktizieren: sadhu-sanga (Gemeinschaft mit den Bhaktas), nama-sankirtana (Singen der heiligen Namen), bhagavata-sravana (über den Herrn hören), mathura-vasa (sich in Mathura aufhalten) und sraddhaye-sri-murti-seva (Verehrung der Bildgestalten mit Vertrauen und Zuneigung). Der beste all dieser Vorgänge ist harinama-sankirtana, und obwohl wir auch sankirtana ausgeführt haben, hat dies nicht den Schmutz in meinem Inneren entfernt.

 Ich weiß, dass mein Herz voll ist von Wünschen nach Genuss und dem Annehmen aller Dinge, die dem Dienst zum Herrn abträglich sind (bhagavad-itar-pravrtti). Man kann die Ursache für etwas an den Ergebnissen erkennen. Alle sadhus sagen, dass man Befreiung von dieser Welt erlangt, wenn man parikramas ausführt. So verschwindet die Neigung zu Sinnesgenuss und es entwickelt sich Liebe und Zuneigung zum Höchsten Herrn. Bei mir sind aber meine Liebe und Zuneigung für diese Welt angewachsen, genauso wie meine materiellen Sorgen. Soviel sadhu-sanga habe ich gehabt, bin den sadhus nachgefolgt und habe parikramas ausgeführt. Warum sind mir die Früchte solcher parikramas nicht zugefallen?
In Jalandhar hat einmal eine mataji dieselbe Frage unserem Guru-Maharaja gestellt. „Fünfzig Jahre lang komme ich nun zum Tempel und umkreise ihn jedes Mal. Auch habe ich immer hari-katha von den sadhus gehört. Ja, fünfzig Jahre lang, und wenn ich in mich hinein schaue, stelle ich fest, dass ich noch mehr gefallen bin. Meine Zuneigung für diese Welt ist angestiegen. Weshalb nur?“
Ich frage mich dasselbe. Ich beobachte dasselbe bei mir. Ich vertraue völlig darauf, dass unser Gurudeva, Paramgurudeva und Mahaprabhuji uns niemals betrügen. Vaishnavas sagen niemals die Unwahrheit. Wenn ein sadhu die Unwahrheit sagt, wird er nicht als sadhu angesehen. Ein sadhu ist niemals ein Betrüger, er könnte nie jemanden betrügen. Was immer er sagt, ist zu unserem Nutzen.
Warum also haben wir keinen Nutzen davon? Mahaprabhu lehrt uns. Mahaprabhus Gefährten lehren uns. Es kann nichts falsch sein an ihren Unterweisungen. Wir haben selbst in das Gesicht unseres Gurudevas gesehen. Er sieht keinesfalls wie ein Betrüger aus. Man sagt, dass einfach nur dadurch, dass man in seine Nähe kommt, sich der Kopf von allein beugt. Viele Leute sind mit der Absicht zu unserem Paramgurudeva gekommen, mit ihm über die Schriften zu argumentieren und ihn mit ihren Argumenten zu schlagen. Doch keiner war mehr in der Lage zu sprechen, sobald er vor ihm stand. Von solcher Art war die göttliche Sphäre um ihn, dass sich die Köpfe von selbst niederbeugten. Seine Worte können nicht falsch sein. Somit ist es richtig, dass es nützlich ist, den Vraja-mandala parikrama zu machen. Weltliche Anhaftungen werden so zerstört und die Hingabe wird vermehrt werden. Weshalb also passiert genau das Gegenteil?
Meiner Meinung nach liegt der Grund darin, dass wir nicht so handeln, wie es sein sollte. Ergebenheit (saranagati) ist für hingegebenes Handeln vonnöten. Drei Dinge braucht man: im Bhagavatam heißt es, das man über Cakrapani Sri Krishna (Krishna, der die Diskuswaffe hält) hören und über Ihn sprechen soll; dass man über die göttlichen Spiele Seiner Geburt und anderer Tätigkeiten hören soll und dass man den kirtana Seines Namens ausführen soll, während man frei bleibt von Anhaftungen und schlechter Gemeinschaft. Wenn wir das ernsthaft tun, werden wir ewigen Frieden erlangen. Bhakti, Loslösung und Wissen über den Höchsten, all dies erscheint gemeinsam. Man kann das mit einem Beispiel verdeutlichen. Nehmen wir an, ich kann 1 kg essen. Nach 1/4 kg wird mein Hunger zu 1/4 gestillt sein und ich werde in gleichem Maße Zufriedenheit und Sättigung erleben.Wenn ich die Hälfte esse, werde ich halb gesättigt sein, und nach 3/4 eben zu 3/4. Wenn ich alles esse, wird der Hunger völlig verschwunden sein und die Zufriedenheit und Sättigung wird vollständig sein. Mit jedem Bissen, den wir essen, erfahren wir gleichzeitig das Weichen des Hungers, Sättigung und Ernährung.
Zusammen mit Bhakti wird ein saranagata-bhakta (ein ergebener Bhakta) Gottesverwirklichung und Loslösung bzw. teilweise Loslösung von dieser Welt erfahren. Er wird alles Interesse an Dingen verlieren, die Krishna nicht lieb sind; er wird vairagya, völlige Loslösung, erlangen. Alle drei Dinge werden kommen. Wir haben Vraja-mandala parikrama ausgeführt, waren mit sravana und kirtana beschäftigt, haben also alles gemacht, und dennoch verspüren wir keine Anziehung zu Bhagavan. Daran sollten wir erkennen, dass es uns an Ergebenheit für den Höchsten Herrn mangelt. Welches Maß an Bhakti eine hingegebene Seele einsetzt, genauso viel Loslösung von den Dingen, die dem Herrn nicht lieb sind, wird sich einstellen. Wenn also meine Anziehung zu dieser Welt ansteigt, dann sollte ich verstehen, dass etwas mit meiner Ergebenheit nicht stimmt. Zum einen praktiziere ich zuwenig Bhakti, und das wenige, das ich in Bhakti investiere, erfolgt nicht nach den vorgeschriebenen Regeln. Folglich bekomme ich auch nicht das gewünschte Ergebnis. Die Schriften geben uns keine falsche Information, Srila Vyasadeva betrügt uns nicht. Der Mangel liegt in unserem Benehmen, der Fehler befindet sich in unserer Praxis.