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Radha-Govinda-Manir Project

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Next Ekadasi: August 6, 2010
Ein wunderschöner Trost

Srila B.R. Sridhara Gosvami

Während meiner Zeit als Student am College ging ich einmal zu einem Vortrag eines Gosvamis. Dort sagte er, „Weil Krishna ein Dieb ist, haben wir noch Hoffnung! Wir haben eine solch starke Einfriedung um uns herum errichtet, so daß nichts Gutes eintreten kann. Wir haben eine Mauer gemacht, und es gibt so viele Schlösser, so viel Widerstand, daß nichts herein kommen kann. Aber Krishna ist ein Dieb. Heimlich wird dieser Dieb in unserem Interesse kommen!“

Wir haben unser Bestes gegeben, eine Mauer um unser Herz zu bauen, so daß ja kein Gottesbewußtsein herein kommen kann. Aber als Dieb wird Krishna eindringen, und das ist unsere Hoffnung. Eines Tages mag er heimlich als Dieb in unser Herz eindringen und es gefangen nehmen. Das ist unsere einzige Hoffnung. Bewußt werden wir Ihn nicht in unser Herz einladen, deswegen ist ‚Gott der Dieb‘ unsere einzige Hoffnung. Soll Gott ein Dieb sein! Wenn Gutes auf diese Weise kommt – heimlich – dann ist solche Barmherzigkeit außerhalb des Gültigkeitsbereiches von Gerechtigkeit.
 

Wahre Wohlfahrtsarbeit

Es gab einen mohammedanischen Gentleman, der im Bezirk Hooghly in Calcutta lebte. Sein Name war Haji Mohammed Mahasim. Er war Anwalt und besaß ein großes Vermögen, ein reicher Mann, aber von sehr gütigem und großzügigem Wesen. In Hooghly gibt es eine große Moschee in Gedenken an seinen Namen. Er pflegte Spenden heimlich zu geben. In der Nacht ging er durch die ärmsten Viertel der Stadt, verkleidet in sehr schlichter Kleidung, und unerkannt warf er Beutel mit Münzen in die Häuser.
Wenn Geld auf diese Weise heimlich zu jemandem kommt, so wird das nicht als unerwünscht betrachtet. Und wenn Krishna sich heimlich als Dieb in unsere Herzen schleicht, wie leicht können wir Ihn erlangen! Aber solche Handlungen sind alle jenseits von Gerechtigkeit. Sie sind im Land der Gnade. Jenseits der Ebene der Gerechtigkeit, im Land der Gnade, Zuneigung und Liebe sind solche Dinge möglich. Der Gute schleicht sich heimlich in den Schlechten ein, den Unerwünschten, den Ausbeuter, und macht ihn gut.

Der Fühlende und der Gefühlte

Zuerst müssen wir unsere gegenwärtige unerwünschte Stellung als Ausbeuter verstehen. Die bedingte Seele ist der Ausbeuter der Natur, tatsächlich aber wird sie von der Materie ausgebeutet. Wir müssen fähig sein, klar den Gewinn oder Verlust dieser Interaktion zu sehen. Zu allererst müssen wir fähig sein, richtig zwischen materiell und spirituell zu unterscheiden. Da gibt es die Handlung, und dahinter steht das Bewußtsein.
Srila Swami Maharaj Prabhupad gab dieses Beispiel: da sind zwei Menschen, einer hat Augen, ist aber verkrüppelt; der andere kann gehen, hat aber keine Augen. Obwohl Materie beweglich ist, hat sie keine Gefühle – sie ist nicht der bewußte Teil; diese Position gehört dem Menschen, der mit Gefühlen ausgestattet ist. In der Bhagavad-gita finden wir:

kārya-kārana-kartritve hetuh prakritir ucyate
purushah sukha-duhkhānām bhoktritve hetur ucyate
— Bg 13.21

„Man sagt, die materielle Natur sei die Ursache aller bedingten Aktivitäten der weltlichen Sinne und ihrer Auswirkungen, während das Lebewesen die Ursache seines eigenen Leids und seiner eigenen Freude in dieser Welt ist.“
Wer ist wichtiger – der Fühlende oder der Gefühlte? Die Fähigkeit Glück zu verspüren ist auf den Fühlenden beschränkt. Und wir sollten uns fragen: „Ist Glück notwendig?“ „Wenn ja, warum ist es notwendig?“ Glück ist nur im subjektiven Dasein möglich – es ist möglich für die Seele. Wenn man diese materielle Beschäftigung vermeidet, kann man mehr Glück spüren. Man wird ātmārāma werden, selbst zufrieden. Wenn man gegenwärtig in unglückliche Materie verstrickt ist, muß man versuchen ātmārāma zu werden. Ātmārāma bedeutet, jemand ist in seinem Inneren gefestigt und nicht außerhalb des Selbstes.

Die Welt der Überseele

Sogar jene, die ātmārāma sind, die diesen Standard erreicht haben, finden mehr Freude, wenn sie in Kontakt mit dem Paramatma, der Höchsten Seele kommen. Im Srimad Bhagavatam wird die Existenz dieser höheren Seele, der Überseele, prinzipiell festgelegt:

ātmārāmās ca munayo
 nigranthā apy urukrame
kurvanty ahaitukīm bhaktim 
ittham-bhūta-guno harih

„All die ātmārāmas, diejenigen, die Zufriedenheit im Selbst finden, und besonders diejenigen, die den Pfad der spirituellen Verwirklichung beschreiten, die bereits frei sind von der Versklavung der Materie, verspüren den Wunsch, der Höchsten Person in reiner Hingabe zu dienen. Der Herr, der Besitzer aller transzendentalen Eigenschaften, ist in der Lage, alle Lebewesen anzuziehen, sogar diejenigen, die befreit sind.“
Diejenigen, die in sich selbst zufrieden sind, sind also auch angezogen von höherer Ekstase. Das ist der Beweis, daß höhere Ekstase existiert. Obwohl sie von viel feinerer Natur ist, ist sie doch real, weil die selbstzufriedenen Menschen Freude finden, wenn sie in Berührung mit dieser augenscheinlich abstrakten Sache kommen. Das ist der Beweis: jemand, der sich um nichts in dieser Welt kümmert, der fast unabhängig vom materiellen Dasein ist, er kann von dieser transzendentalen Substanz angezogen werden.