Deutsch (Deutschland)English (United Kingdom)
Radha-Govinda-Manir Project

News

Next Ekadasi: September 05, 2010
Das Endliche kann den Unendlichen nicht erkennen
Das Endliche kann nicht erwarten, daß die Gesamtheit der Unendlichkeit (Krishna) in diese winzige Zelle aus Bewußtsein eingeht. Aber durch unsere Ernsthaftigkeit kommt Krishna herab, um den Begrenzten durch Seine teilweise Repräsentation zu berühren, sofern Er mit unserer Haltung als Diener zufrieden ist. Wir sollten uns immer der Tatsache bewußt sein, daß wir unendlich klein sind und keine Hoffnung besteht, daß der gesamte Unendliche unter unsere Kontrolle kommen könnte. Eine solche Vorstellung ist unsinnig.
Folge einfach dem empfohlenen Pfad von śraddhā, Vertrauen. Damit ist unsere Haltung des Dienens und der Ergebenheit gemeint. Wie wenig Erfahrung auch immer und wann auch immer Er uns diese kosten läßt - wir werden sie kosten. Das sollten wir als die richtige Haltung eines Suchenden verstehen, der seine Begrenztheit erkennt. Alles andere wird unsere Kräfte übersteigen. Wenn wir die Tatsache, daß wir endlich sind, nicht verstehen können, wird es unmöglich, den Unendlichen jemals zu verstehen. Wir möchten den Unendlichen erkennen, aber wir können Ihn nicht in die Zelle unseres begrenzten Bewußtseins sperren. Nur durch unsere demütige Haltung können wir Ihn auf uns aufmerksam machen. So viel wie Er möchte, daß wir von Ihm erfahren, sollte uns genügen.
Ein Tropfen wird die ganze Welt überfluten - von solcher Natur ist Er. Können wir so unverschämt sein, den Unendlichen packen und Ihn mit Gewalt unter unsere Herrschaft bringen zu wollen? Das wäre lebensmüde. Wir müssen uns immer unserer Stellung gewahr sein. Mit nüchterner Betrachtungsweise sollten wir darangehen, die Wege und Mittel zu verstehen, welche uns die barmherzigen, großen Persönlichkeiten zukommen lassen. Ausschließlich mit Geduld und Zurückhaltung und nur wenn Er es uns ermöglicht, können wir irgend etwas erfahren. Nur soviel, wie Er möchte, können wir verstehen, mehr nicht. In dieser Lage befinden wir uns. Alles wissen zu wollen, ist lächerlich, ja geradezu selbstmörderisch. Es ist eine äußerst törichte, reaktionäre Auffassung.

Srila B.R. Sridhar Gosvami