Wenn wir sündhafte Handlungen begehen, kann man dies ebenfalls als eine Form der Barmherzigkeit des Herrn ansehen?
 
 
 
 

Lecture of the day

Nein, das kann man nicht. Den Wunsch sündhaft zu handeln erfahren wir, weil wir geprüft werden. So wie die Eltern Reis, Geld und das Srimad Bhagavatam vor ein Kind legen, das gerade begonnen hat zu krabbeln, um dessen Neigungen zu prüfen, macht das der Höchste Herr, der ein Ozean von Barmherzigkeit ist, auch mit uns. 

Unwissende gottlose Menschen betrachten Ihn als grausam, doch was immer der Herr tut, ist zum Nutzen anderer. So wie Küsse und Schläge des Vaters für seinen Sohn ein Zeichen seiner Barmherzigkeit sind, sind auch die Aktivitäten des Herrn Seine Barmherzigkeit. Wenn man die Gnade des Herrn fälschlicherweise als Bestrafung sieht, so bedeutet das nur, daß es uns an Begeisterung für den Dienst oder an einer besonders entwickelten Anziehung zu Gott mangelt.

Wünscht sich jemand, beim Herrn Zuflucht zu nehmen, so prüft der Herr seine Aufrichtigkeit, indem Er ihm verschiedene Hindernisse in den Weg legt, so wie ein Arzt die Lebensqualität eines Patienten einschränkt, um ihn von einer Krankheit zu heilen. Wenn ein Arzt gerade das Skalpell zur Hand nimmt, um ein Geschwür zu entfernen, so würden wir wohl dumm sein, ihn als unbarmherzig zu betrachten. Wir sollten nicht so dumm sein, unseren Wohltäter nicht zu erkennen. Maya hat ein paar Dinge zu unserem Genuß vorbereitet, um uns in Versuchung zu führen. Indem wir von diesen Versuchungen verlockt werden, beschäftigen wir uns manchmal mit maßlosem Sinnesgenuß, manchmal mit Wohltätigkeitsarbeit zum Nutzen anderer, oder wir beginnen zu denken, das unpersönliche Brahman sei das Ziel des Lebens. In gleicher Weise fühlen wir uns manchmal dazu hingezogen, die Philosophien von Buddha oder Sankaracarya zu lobpreisen. Keine dieser Dinge nützt uns irgendetwas. Wir sollten einfach nur Krishna-katha hören. Es gibt keinen anderen Weg, wirkliches Glück zu erlangen.

Der Höchste Herr mischt sich in niemandes Unabhängigkeit ein. Er tötet die spirituellen Neigungen des Lebewesens nicht ab. Würde Er sich in unsere Unabhängigkeit einmischen, müßten wir Ihn als unbarmherzig ansehen. Stattdessen aber informiert und warnt Er die Lebewesen einfach nur über gute und schlechte Handlungen. In Seiner Gestalt als Caitanyadeva unterweist uns der Höchste Herr, keinesfalls den Lehrern eines Jaimini oder Sankaracarya zu folgen. Diese Doktrinen lehren uns nicht, wie wir unsere winzige Unabhängigkeit wirklich sinnvoll nützen. Vielmehr sollten wir nur so handeln, daß der Höchste Herr dadurch erfreut wird.
 

 

 

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam