Lecture of the day

So lange wir dazu neigen, auf unsere eigene Stärke, Stolz und Erfahrungen zu vertrauen, können wir uns den Lotusfüßen des Höchsten Herrn nicht vollständig ergeben. So lange wir nicht den Vorgang der Hingabe aufgreifen, preisen wir den aufsteigenden oder empirischen Pfad, um zu Gott zu gelangen. Sobald wir die Nutzlosigkeit geliehener Stärke, die Bedeutungslosigkeit unseres Stolzes und die Sinnlosigkeit unserer Anstrengungen verstehen, werden wir uns dem Herrn hingeben und die Lehren der Schülernachfolge akzeptieren.
Um diesen Punkt zu illustrieren, erzählt das Bhagavatam die Geschichte von Gajendra, dem König der Elefanten. Als Gajendra einmal berauscht die Gemeinschaft weiblicher Elefanten in einem See genoß, wurden die Wasserlebewesen gestört. Aufgrund von Gajendras rücksichtslosem Verhalten und ihrer Furcht vor ihm befanden sich die Bewohner des Sees an der Schwelle des Todes. Doch nach einiger Zeit kam durch die Fügung des Schicksals ein mächtiges Krokodil und biß Gajendra in den Fuß. Ein schrecklicher Kampf entbrannte und dauerte für eintausend Jahre an, wobei beide versuchten, die Oberhand zu gewinnen. In der Zwischenzeit bemerkte Gajendra, daß seine Stärke zusammen mit seinem Stolz und dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen langsam schwanden. Als Gajendra so geschwächt war, daß er dabei war, den Kampf mit dem Krokodil zu verlieren, erkannte er, daß die einzige Möglichkeit zum Überleben darin bestand, Zuflucht bei den Lotusfüßen des Herrn zu nehmen. So lange die Lebewesen ihr unbedeutendes falsches Ego für so großartig wie das des verrückten Gajendra halten, werden sie fortfahren, Gott durch eigene Anstrengungen zu erreichen versuchen. Doch wenn die Herrlichkeit des Zufluchtnehmens bei den Lotusfüßen des Herrn in ihren Herzen erwacht, dann werden sie vor der Entscheidung stehen, die Anstrengungen fortzuführen oder sich einfach vollkommen hinzugeben. Die Heiligen preisen stets die Hingabe und ermutigen einen niemals, sich dem Herrn durch eigene Bemühung zu nähern. Wie groß wir auch sein mögen, wenn wir dem aufsteigenden Pfades folgen, ist unser Fall gewiß.
Krishna ist die Zuflucht für jeden. Bei anderen Zuflucht zu nehmen, kann uns niemals beschützen. Bhagavadgita 3.27 sagt:

prakrteh kriyamanani gunaih karmani sarvasah ahankara-vimudhatma kartaham iti manyate

„Die vom Einfluß des falschen Egos verwirrte spirituelle Seele hält sich selbst für den Ausführenden von Handlungen, die tatsächlich von den drei Qualitäten der materiellen Natur ausgeführt werden.“

Verwirrt vom falschen Ego glauben die Menschen, sie seien die Handelnden und neigen dazu, dem aufsteigenden Pfad zu folgen. Unpersönlichkeitsanhänger streben nach Befreiung, welche sie durch eigene Anstrengung zu erreichen versuchen, und insbesondere yogis wollen sich durch eigene Kraft erheben. Das Caitanya-caritamrta sagt: „Jñanis betrachten sich schon während des Lebens als befreite Seelen.“ Jñanis möchten mit dem Brahman verschmelzen. Der Durst des Unbedeutenden danach, groß zu werden, bildet die Grundlage der Philosophie des aufsteigenden Wissens. Die yogis möchten ein paar Fuß erhoben werden, um mystische Vollkommenheit oder sogar die Verschmelzung mit dem Herrn zu erlangen. Das sind alles Beispiele für den aufsteigenden Pfad.
Wenn wir – in welcher Position immer wir uns gegenwärtig befinden mögen – Körper, Geist und Sprache den sadhus hingeben, demütig von ihnen hören, frei vom Wunsch, die verunreinigten Motivationen von karmis, jñanis oder yogis beizubehalten, und ohne von materiellen Versuchungen oder dem Streben nach Befreiung getrieben zu sein, dann werden wir den unbezwingbaren Höchsten Herrn bezwingen. Es spielt keine Rolle, wie gelehrt oder dumm wir sein mögen oder wo immer wir auch stehen. Höre einfach über Vaikuntha aus dem Lotusmund der Heiligen. Gegenwärtig befinden wir uns in einer unvereinbaren Lage in dieser Welt der Sorgen. Wenn wir die Schriften unter der Anleitung unseres Geistes studieren, werden wir getäuscht werden. Zu denken, wir könnten die Schriften besprechen, indem wir sie im Einklang mit unseren Trieben nach materiellem Genuß oder Befreiung auslegen, bedeutet zu denken, wir könnten die Schriften kontrollieren. Doch die offenbarten Schriften sind eine direkte Inkarnation Sri Krishnas. Bhagavad-gita 4.34 sagt:

tad viddhi pranipatena pariprasnena sevaya upadeksyanti te jñanan jñaninas tattva-darsinah

„Versuche die Wahrheit zu erlernen, indem du einen spirituellen Meister aufsuchst. Stelle ihm in demütiger Haltung Fragen und bringe ihm Dienst dar. Die selbstverwirklichten Seelen können dir Wissen eingeben, weil sie die Wahrheit gesehen haben.“

Diejenigen, die Meister der materiellen Energie werden möchten, praktizieren karma-kanda. Während sie vortäuschen, Anweisungen anzunehmen, behalten sie die den Wunsch bei, Meister zu sein und betrügen sich selbst. Die sastras offenbaren sich ihnen nicht. Die sastras werden nur ergebenen Seelen offenbart. Die Vedas sagen:

yasya deve para bhaktir yatha deve tatha gurau tasyaite kathita hy arthah prakasante mahatmana

„Nur jenen großen Seelen, die absolutes Vertrauen sowohl in den Herrn als auch den spirituellen Meister haben, werden alle Bedeutungen des vedischen Wissens offenbart. (Svetasvatara Upanisad 6.23)

Sri Chaitanya Mahaprabhu unterweist uns:

trnad api sunicena taror api sahisnuna amanina manadena kirtaniya sada harih

„Wer sich niedriger dünkt als das Gras, wer duldsamer ist als ein Baum und wer keine Respekt für sich erwartet, doch immer bereit ist, anderen jeden Respekt zu erweisen, kann sehr einfach den heiligen Namen des Herrn chanten.“

So lange wir uns demütiger als einen Grashalm betrachten, können wir Haris heilige Namen chanten. Sobald wir versuchen, auch nur ein bißchen höher zu sein, müssen wir das Chanten beiseite lassen.

Srila Prabhupada Bhaktisiddhanta Sarasvati

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam