Lecture of the day

Sripad BS Muni Maharaja

Srila Sridhara Maharaja ist ein erstklassiger bhakta, ein bhakta der höchsten Klasse. Von Prabhupada bekam er den Namen “Srila Bhakti Raksaka Sridhara“ mit der Anmerkung: „Nun bin ich mit meinem Leben zufrieden, denn ich weiß, dass ich einen Schüler habe, der bhakti beschützen wird, der verstanden hat, was bhakti ist.“ Nach Prabhupada war er in der ganzen Gaudiya Vaishnava Bewegung eine der wichtigsten Autoritäten, und alle kamen zu ihm – selbst Swami Maharaja sagte oft: „Er ist mein siksha-guru.“ Manchmal führten sie sehr vertrauliche Gespräche. Wir haben also keinen Zweifel, dass Srila Bhakti Raksaka Sridhara Maharaja ein nitya-siddha ist, ein ewiger Gefährte des Herrn. Wenn er über hochklassige Vaishnavas spricht, spricht er sehr vorsichtig – wenn er von solchen Vaishnavas spricht, bittet er Nityananda um Vergebung: „Bitte vergib mir, wenn ich einen Fehler begangen habe, vergib mir meine Kühnheit, über solche erstklassige Vaishnavas zu sprechen.“

Wir können daraus also ersehen, dass solche Vaishnavas umso vorsichtiger und bescheidener werden, dass sie umso mehr die Haltung des „ich bin niedrig, ich bin der Diener des Dieners des Dieners“ entwickeln, je spirituell fortgeschrittener sie sind. Das erkennen wir an seinem gesamten Leben. Selbst wenn er kühn über apasiddhānta sprach, über die falsche Auslegung der bhakti-Literatur – und er war in solchen Angelegenheiten ein sehr kraftvoller Prediger und ging keinerlei Kompromisse ein –, behielt er trotzdem seine Haltung bei.
So erstklassige Vaishnavas wie vaishnava-sarvabhauma – der fortgeschrittenste Vaishnava seiner Zeit – Jagannatha das Babaji Maharaja oder andere waren sehr vorsichtig, ja kein aparādha zu begehen, keinen Fehltritt gegenüber den bhaktas. Sie wollten nicht einmal in Vrindavan leben. Bhaktivinoda Thakura wollte in Vrindavana leben, tat es aber dennoch nicht, und auch nicht Prabhupada. Als dieser nach Vrindavana zum Radha-kunda kam, erwarteten alle von ihm, dass er über rādhā-govinda-līlā spricht, aber stattdessen sprach er vāco vegań manasah krodha-vegam – über Upadesamrita. Auch Srila Sridhara Maharaja wollte einen Platz in Vrindavana haben. Einmal fragte ihn Srila Prabhupada während eines parikramās: „Welchen Ort in Vrindavana magst du am liebsten?“ Und er erwähnte den Ort, an dem Rupa Gosvami seinen bhajan ausgeführt hat. Prabhupada hat das nie vergessen, und viele Jahre später sagte er: „Das ist dein Platz.“ Aber Srila Sridhara Maharaja dachte bei sich: „Ich bin nicht geeignet. Ich bin nicht geeignet für Mayapur, also wähle ich die Insel Koladvipa.“ Das ist der Platz, an dem alle Vergehen vergeben werden, Nityananda ist dort sehr barmherzig. Jagannatha Dasa Babaji lebte achtzig Jahre in Vrindavana. Als er über hundert war, dachte er: „Ich muss hier weg. Ich kann hier nicht mehr bleiben.“ Genauso Gaura Kishora Dasa Babaji.
Immer wieder wird folgender śloka angeführt:

 

পূজলরাগপথ গৌরব ভঙ্গে

pūjala-rāga-patha gaurava bhange

Wir müssen diese höhere Welt, diese höhere Ebene weit über unserem Kopf tragen. Wir haben dort keinen Zutritt. Wir sollten sie von der Entfernung sehen, das sollten wir beachten. Prabhupada und die Gaudiya Vaishnava ācāryas haben das gepredigt. Nur auf diese Weise kannst du die echte Sache bekommen. Nur Dummköpfe dringen dort ein, wo Engel keinen Fuß hinsetzen. Wir sollten uns dieser höheren Ebene also sehr vorsichtig nähern, mit einer demütigen, dienenden Haltung, und nie vergessen, dass wir dort derzeit keine Position innehaben. Mit einer solchen Einstellung sollten wir uns den fortgeschrittenen bhaktas nähern. Und wenn wir das mit dieser Einstellung tun, werden wir das Echte erhalten. Wir sollten nicht denken, Radha-Govinda oder gar Chaitanya wären so töricht, solche Schurken wie uns in Ihre Gemeinschaft aufzunehmen. Als Mahaprabhu kīrtana veranstaltete, erlaubte Er nicht einmal einem sehr fortgeschrittenen brahmacārī den Zutritt zu diesem kīrtana.
Diese Haltung schwingt bei Srila Sridhara Maharajas Predigen immer mit, bei allem, was er sprach. Das ist die Linie Prabhupadas, Chaitanya Mahaprabhus und der sechs Gosvamis. Wer über Raghunatha das Gosvamis Leben hörte, würde weinen. Wir haben keine Vorstellung, wie er am Radha-kunda lebte. Kein warmes Essen, nichts. Den ganzen Tag weinte er nach Radharani. Und was tat er? Täglich brachte er mindestens eintausend Vaishnavas seine Ehrerbietungen dar. Eintausend Vaishnavas bat er um Vergebung. Ragunatha Dasa, der prayojana ācārya ist! Was ist unsere Position im Vergleich zu ihm? Was ist unsere Position im Vergleich zu Srila Sri­dhara Maharaja, zu unserem Gurudeva, zu Prabhupada – zu all diesen großartigen Vaishnavas? Wir müssen also sehr klein werden, sehr demütig und tolerant. Wenn du das Echte willst, dann nähere dich ihm nicht mit der falschen Haltung.
So fühlte er (SSM) auch, wenn er über Arjuna und die Pandavas sprach. Er sprach ja über große Persönlichkeiten, die sakhās, Freunde Krishnas, sind. Wie können wir uns einbilden, ein Freund Krishnas zu sein? Wie erhaben ist das! Also betete er zu Nityananda: „Bitte vergib mir. Ich war so dreist, über diese hochgestellten Persönlichkeiten zu sprechen. Wenn ich etwas Falsches gesagt habe, ein Vergehen begangen habe, mögest Du mir verzeihen.“ Diese Haltung muss im Herzen sein, das hat nichts mit äußeren Umgangsformen zu tun. Es muss von innen, vom Herzen kommen; dort müssen wir diese Haltung entwickeln. Dann ist ­Krishna vielleicht gnädig zu uns und öffnet eines Tages vielleicht die Tür. Natürlich müssen wir uns Nityananda und Gauranga nähern. Wir sollten nicht zu Krishna springen, solange wir nicht in der Lage sind, unseren groben und feinen Körper zu kontrollieren. Solange wir diese Dinge nicht im Griff haben, sollten wir nicht einmal an ein höheres līlā denken – wenn du wirklich die Wahrheit haben willst. Wenn du etwas Billiges haben willst, kannst du das machen. Aber – wie SSM es ausdrückt – es besteht die Gefahr, dass jene, welche die Wächter dort sind, die sagen, ob du hinein darfst oder nicht, dir einen Stempel auf die Stirn drücken: ‚Disqualifiziert.‘ Und du magst in der Welt herumwandern und denken, du hättest Krishna, du hättest das Höchste erreicht. Dabei hast du einen Stempel auf der Stirn: ‚Disqualifiziert.‘ Deshalb müssen wir sehr vorsichtig sein. Darum versuchen wir von Srila Sridhara Maharaja zu lernen, denn er ist von Prabhupada ermächtigt, und dieser weiß, was bhakti ist. Es ist sehr wichtig, von solchen Vaishnavas zu hören, die folgen, die sehr einfach und demütig sind. Im allgemeinen ziehen uns Vaishnavas an, die keine so hohe Stellung innehaben. Auch in unserer Math gibt es sehr einfache bhaktas, die nicht gebührend respektiert werden. Dabei haben sie so schöne, erhabene Verwirklichungen. Deren Barmherzigkeit zu erlangen bedeutet, das Echte zu erhalten. Sie haben nämlich keinerlei Interesse an weltlichen Dingen. Zu solchen bhaktas sollten wir um Schutz beten, um die Eignung zu erhalten, der Diener des Dieners des Dieners des Herrn zu werden.
So predigt Srila Bhakti Raksaka. Er wird dir sagen, dass du nicht geeignet bist. Du hast einen Stempel auf der Stirn, du bist nicht qualifiziert. Er nennt dir alle Eigenschaften, die du entwickeln musst, um ein Mitglied der höheren Klasse, nein, der höchsten Klasse zu werden. Im Grunde kennen wir diese Dinge bereits, aber wir sind nicht in der Lage, danach zu leben. Das ist unsere Krankheit. Es ist wie bei einem Papagei – du kannst ihm hare krishna hare krishna krishna krishna hare hare, hare rāma hare rāma rāma rāma hare hare beibringen, aber sobald du ihn am Hals packst, chantet er nicht mehr, sondern sagt nur: Aaaargh! Das ist also nicht das Richtige, es muss tiefer gehen. Wann immer Gefahr da ist, ist auch die Prüfung da: Erinnerst du dich an Krishna oder nimmst du bei māyā, der materiellen Illusion, Zuflucht? Diese Dinge müssen immer wieder geübt werden, bis sie unser Leben werden, unser Atmen, unser Blut. Dienende Haltung heißt: „Ich bin der niedrigste unter den Dienern. In der Warteschlange vor Vaikuntha stehen Millionen, und ich bin der letzte in der Reihe.“ Das ist bereits eine hohe Stufe. Ich mag vielleicht der letzte sein – doch wenn wir vom innersten Herzen her so fühlen, dann werden wir plötzlich der erste sein.
Das ist praktisches spirituelles Verständnis. Es gibt keinen Platz für Träume, für Einbildungen. Wenn wir daher dieser Linie nicht in einer möglichst reinen Art und Weise folgen, wird alles vergessen sein. Es wird so sein wie vor Bhaktivinoda Thakura, dass alles vergiftet ist von sahajyanismus, von billigem Nachmachen. Zu dieser Zeit gab es keine echten Vaishnavas, zumindest waren sie nur schwer zu finden. Wenn wir also wollen, dass nach dem Fortgehen von Gurudeva nicht alles zusammenbricht, dann müssen wir weitermachen. Zumindest irgendwer muss etwas machen. Irgendwer muss damit weitermachen. Wir werden nicht viele Nachfolger haben. Wenige werden diesen reinen Lehren folgen, aber diejenigen, die folgen, werden den süßesten Nutzen davon haben, sie werden die echte Sache bekommen. Das kann ich versprechen, weil wir von allen großen bhaktas und den ācāryas unterstützt werden, die genau das predigen. Wir haben ihre Hilfe, ihre Unterstützung. Das fühle ich. Wenn ihr versucht zu predigen, dann sprecht so rein, wie sie gesprochen haben, dann werden sie bei euch sein. Das ist sicher. Ihr werdet Mitglieder dieser Klasse von bhaktas werden.

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam