Lecture of the day

Śrīpad Bhakti Sādhaka Muni Mahārāj
   Derzeit können wir uns nicht vorstellen, wie wunderbar es ist, frei von Wünschen zu sein – uns frei in dieser Welt zu bewegen und nichts zu kennen, das uns irgendwie schaden könnte.


   Sobald wir einen sinnlichen Gegenstand sehen, wollen wir ihn für unseren Genuss besitzen. Frauen beispielsweise sind eine vollkommene Form von māyā. Aber alles in dieser Welt ist für Kŗşņas Genuss gedacht. Wir müssen lernen, alles, das in unser Blickfeld kommt, zu Kŗşņa zu opfern. Sobald etwas daherkommt, opfere es unmittelbar zu Kŗşņa. Sobald wir auch nur den kleinsten Teil von irgendetwas für unseren eigenen Genuss beanspruchen, kann uns das schon große Probleme bereiten. Das ist sehr gefährlich. Opfere alles zu hundert Prozent zu Kŗşņa und nicht weniger!

   Stimmt, das ist sehr schwierig. Wenn man aber von Anfang an diesen Schmerz des nicht Genießens lernt und alles ohne zu zögern sofort zu Kŗşņa opfert, dann wird Er euch auf die gleiche Weise antworten. Nehmt dieses Risiko auf euch und ihr werdet diese Antwort von Kŗşņa erfahren. Opfert alles, das eurer Meinung nach für euch bestimmt ist, zu Kŗşņa. Besonders wenn ihr etwas sehr anziehend findet, wird Kŗşņa das sehr schätzen. Auf diese Weise gelingen zwei Dinge gleichzeitig. So sehr ihr eurem Genuss zu Gunsten von Kŗşņas Genuss entsagt, so viel Hilfe wird von Seiner Seite aus zu euch kommen, Schritt für Schritt. Wenn ihr völlig frei werdet von den Anhaftungen an diese Welt, dann befindet ihr euch in der spirituellen Welt. Natürlich muss die Entsagung richtig erfolgen, als yukta-vairāgya.

anāsaktasya viñayān yathārham upayuñjataģ
nirbandhaģ kŗşņa-sambandhe yuktań vairāgyam ucyate


Frei von Anhaftung alle Sinnesobjekte in Beziehung zu Kŗşņa (zu Seiner Freude) zu verwenden wird yukta-vairāgya genannt.Bhakti-rasāmŗta-sindhu 1.2.255


Genießt weder etwas noch weist es zurück. Opfert vielmehr allles zu Kŗşņa. „Alles ist für Ihn, nichts ist für mich.“ Das ist die richtige Haltung gegenüber jedem und allem. Das ist der einzige Weg ins spirituelle Reich.
Allzeit bewusst


   Ihr sollt weder an euren Gedanken hängen noch diese zurückweisen. Seid vielmehr losgelöst oder gleichgültig. Lasst die Gedanken euren Geist betreten und duldet sie einfach. Sobald ihr dem Geist eure Aufmerksamkeit schenkt, seid ihr gefangen und werdet damit auf die Ebene eigener Interessen hinabgezogen. Versucht nicht, gegen den Geist zu kämpfen – er ist immer stärker. Konzentriert euch auf euer Chanten des Mantras und duldet ihn.


   Den Hare-Kŗşņa-Mahā-Mantra zu chanten ist ein universelles Bestreben. In den drei Welten (der groben, geistigen und intellektuellen) existiert nichts wirklich außer dem heiligen Namen des Herrn. Wenn ihr Hare Kŗşņa ausschließlich zur Freude Kŗşņas chantet, werdet ihr eins werden mit dem universellen Fluss. An diesem Fluss müssen wir teilhaben. Wir müssen damit vereint werden, entschlossen für unser Ziel. Dieses Ziel ist es, Seinen heiligen Namen zu chanten und Ihm Dienst darzubringen.


   Dazu müsst ihr euch eurer Tätigkeiten bewusst sein (körperlich und geistig), vierundzwanzig Stunden am Tag. Kontrolliert euren Geist. Wenn ihr euren Geist kontrolliert, wird er ängstlich und beschämt sein. Ihr müsst euch eurer geistigen Aktivitäten bewusst sein. Ich weiß, das ist sehr sehr schwierig. Nur außergewöhnlichen Menschen gelingt das.


   Dennoch müssen wir durch dieses Stadium gehen und den verzweifelten Zustand unseres Geistes dulden. Wenn wir diesen Zustand hinter uns lassen, wird uns der Herr eine andere Ebene der Existenz offenbaren, eine subtile Ebene. Zuerst aber werdet allzeit bewusst, später werdet ihr dann kŗşņabewusst. Prägt euch den ersten Vers von Śrīla Rūpa Gosvāmīs Upadeśamŗta ein:


vāco vegań manasaģ krodha-vegań
jihvā-vegam udaropastha-vegam
etān vegān yo vişaheta dhīraģ
sarvām apīmāń pŗthivīń sa śişyāt


   „Eine weise und gefasste Person, die den Drang zu sprechen, die Unruhe des Geistes, das Aufkommen von Zorn, die Ungestümtheit der Zunge, den Drang des Magens und den Trieb der Genitalien zu beherrschen vermag, kann die ganze Welt unterweisen. Mit anderen Worten, alle Menschen können zu Schülern einer solcherart beherrschten Persönlichkeit werden.“

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam