Lecture of the day

Srila BP Puri Gosvami

Sri Krishna, der Höchste Herr, erscheint in dieser Welt, um den bedingten Lebewesen Seine grundlose Barmherzigkeit für deren Befreiung angedeihen zu lassen. Der einzige Weg, ein Empfänger Seiner Barmherzigkeit zu werden, ist der Dienst zum spirituellen Meister. Die vorrangigste Frucht des Dienstes zum spirituellen Meister ist der Dienst zum Höchsten, das zweite Ergebnis ist das Verschwinden aller Feinde des Geistes, wie beispielsweise der Lust. Der spirituelle Meister ist also dabei behilflich, dem Schüler spirituelles Wissen zu vermitteln, doch sollte ihn jemand als eine gewöhnliche Person betrachten, so werden alle mühsam errungenen Früchte des Vorganges des hingebungsvollen Dienens, wie z.B. Hören oder Chanten des heiligen Namens, zunichte gemacht.

यस्य साक्षाद्भगवति ज्ञानदीपप्रदे गुरौ ।
मर्त्यासद्धीः श्रुतं तस्य सर्वं कुञ्जरशौचवत् ॥

 

yasya sākshād bhagavati jñāna-dīpa-prade gurau

martyāsad-dhīh śrutam tasya sarvam kuñjara-śaucavat

Im Kommentar zu obigem Vers (SB 7.15.26) sagt Srila Vishvanatha Cakravarti Thakur: „Den spirituellen Meister auch nur als geringer oder als eine Teilverkörperung des Höchsten Herrn zu betrachten, kommt einem schwerwiegenden Vergehen gegen seine Lotusfüße gleich. Alle Schriften und alle heiligen Persönlichkeiten erklären, dass der spirituelle Meister vom Herrn nicht verschieden ist.“
Die absolute, vorherrschende Gottheit in der Form des Höchsten Herrn spielt nun die Rolle eines Dieners in der Form seines liebsten Geweihten, des spirituellen Meisters. Jemand mag nach Erwägung aller Gesichtspunkte die Frage aufwerfen, weshalb ausgerechnet der Schüler die Last trage, über ihn als allwissend und göttlich zu meditieren, wenn er doch von seinen Verwandten und engen Freunde wie ein gewöhnlicher Mensch behandelt wird.
In diesem Zusammenhang gibt Srila Vishvanatha die Antwort, dass der Herr, wenn er als Rama oder Krishna erscheint, dennoch derselbe, unbesiegbare Herr mit all seinen unfassbaren Kräften bleibt. Wird deswegen in dieser Zeit, da Er von der unwissenden Mehrheit als der Sohn Yadus oder der Sohn Raghus bezeichnet wird und er im Lichte der Mittelmäßigkeit oder von noch niedrigerer Stufe aus beurteilt wird, nur aufgrund fehlenden Wissens Seine Göttlichkeit weniger? Genauso muss ein Schüler den spirituellen Meister, gleichgültig, was gewöhnliche Leute von ihm halten mögen, als nicht vom Herrn verschieden verstehen.

नन्वर्थकोविदा ब्रह्मन्वर्णाश्रमवतामिह ।
ये मया गुरणा वाचा तरन्तनयञ्जो भवार्णवम् ॥
नाहमिज्याप्रजातिभ्यां तपसोपशमेन वा ।

तुष्ययं सर्वभूतात्मा गुरुशुश्रुषया यथा ॥

nanv artha-kovidā brahman varnāśrama-vatām iha

ye mayā gurunā vācā taranty añjo bhavārnavam
nāham ijyā-prajātibhyām tapasopaśamena vā

tushyeyam sarva-bhūtātmā guru-śuśrūshayā yathā

— SB 10.80.33–34

Der Herr sagt: „Von allen Menschen der verschiedenen Klassen der Gesellschaft, der sie durch ihre Tätigkeiten zugehören (sūdra, vaishya), und auf den verschiedenen Stufen des Lebens (sannyāsī, vānaprastha) sind nur jene in der Lage, den Ozean der Geburten und Tode zu überqueren, die mit vorbehaltlosem Vertrauen Meinen Anweisungen folgen. Sie sind wahrhaft Experten der transzendentalen Wissenschaft.“
Im nächsten Vers sagt Er: „Ich, der Ich als Überseele im Herzen aller Lebewesen wohne, werde in Wahrheit von jenen am meisten erfreut, die voller Vertrauen und Gehorsam ihrem Guru dienen, und nicht von denen, die einfach nur entsprechend dem jeweiligen Lebensabschnitt (āśram) ihre damit verbundenen Pflichten erfüllen, wie ein Leben im Zölibat, Familienleben, ein Leben im Wald oder ein Leben in Entsagung.“
In der materiellen Welt ist im allgemeinen der Vater der erste Lehrer für den Sohn, danach kommt der Guru, der ihm die Brahmana-Schnur übergibt oder das upanāyan samskāra (savitrī) vollzieht. Der anweisende spirituelle Meister schließlich, der ihn die Wahrheit über Hingabe lehrt, ist am meisten verehrenswert, denn praktisch nur durch seine Barmherzigkeit ist es möglich, dass jemand den Ozean von Geburt und Tod überquert und das Königreich Gottes erreicht.
Sri Krishna Selbst hat mit Seinem Gefährten, dem Brahmana Sudama, die richtige Art des Dienstes zum spirituellen Meister vorgezeigt, während Er im Hause Seines Gurus weilte. Ganz ähnlich hat auch Sri Chaitanyadeva beispielhaft gezeigt, wie man Zuflucht sucht beim spirituellen Meister und seinen Lotusfüßen dient.
Dienst zum Meister bedeutet so zu handeln, dass er erfreut ist. Das bedeutet, dass man dem Meister mit allem, was einem zur Verfügung steht, dient, nämlich mit seiner Intelligenz und seinem Reichtum. Und wenn nötig, sollte man sein eigenes Leben für ihn geben. Jedenfalls ist ein Dienst, der von persönlichen Wünschen nach Ruhm, Ehre, Reichtum oder Bewunderung verunreinigt ist, kaum geeignet, der echten Bedeutung von Dienst gerecht zu werden.

দিক্ষাকালে ভক্ত করে আত্মসমর্পণ ।

সেইকালে কৃষ্ণ তারে আত্মসম ॥
সেই দেহ করে তার চিদআনন্দময ।
অপ্রাকৃতদেহে তাংর চরণ ভজয ॥

dīkshā-kāle bhakta kare ātma-samarpana

sei-kāle krishna tāre kare ātma-sama
sei deha kare tāra cid-ānanda-maya
aprākrita-dehe tāmra carana bhajaya

Krishna dasa schreibt im Chaitanya Charitamrta (Antya 4.192–193), dass Krishna den Bhakta zur Zeit der Einweihung, wenn der Bhakta sich völlig hingibt, als Sein Eigen betrachtet und er einen transzendentalen Körper erhält. Gemäß den Aussagen großer Heiliger ist ein Schüler in dem Ausmaß in der Lage, sich für den transzendentalen Dienst des Herrn zu qualifizieren, in dem er dem spirituellen Meister dient und sich ihm hingibt. Sich aber bloß als Schüler zu bezeichnen und völlig auf die göttlichen Weisungen zu pfeifen oder vorzugeben, im Dienst des Gurus beschäftigt zu sein, während man ein frivoles, ausschweifendes Leben zum Genuss seiner Sinne führt, kann nie zu den frommen Tätigkeiten gezählt werden, von spirituellem Fortschritt ganz zu schweigen.

Regelmäßige Tempelprogramme

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam