Lecture of the day

Srila BP Puri Gosvami

Geschäftliches Geschick kann dem Reichtum der Hingabe keinesfalls dienlich sein. Ganz im Gegenteil, durch solche ernsthafte Vergehen gegen den Guru kann man buchstäblich der Verdammnis anheimfallen. Der spirituelle Meister besitzt Mitgefühl im Überfluss und erweist seine Barmherzigkeit den Gefallensten, den Armen und auch jenen, die offensichtlich keine guten Eigenschaften besitzen. Einzige Bedingung für seine Gnade ist die völlige Ergebenheit zu seinen Lotusfüßen, ohne eine Hauch von Hinterlist. Außer dem spirituellen Meister gibt es in dieser Welt keinen Gönner.

Um also diese grundlose Barmherzigkeit zu erlangen, sollte unser Leben aus echter Hingabe zum spirituelen Meister bestehen. Jene aufgeblasenen Schüler, die denken, sie hätten mehr Wissen als ihr spiritueller Meister, versuchen logischerweise auf vielfältige Weise, ihn nach ihrer Vorstellung zu korrigieren. Sie neigen dazu, den Stil seines Predigens und die von ihm vorgegebenen Verhaltensweisen nach ihrer eigenen Vorstellung zu ändern in der Hoffnung, die leichtgläubige Öffentlichkeit würde sie dafür anerkennen und das Ergebnis sei dann Ruhm und Ehre. In der Folge verfangen sie sich in diesen ernsthaften Vergehen, nämlich den spirituellen Meister als gewöhnlichen Menschen zu betrachten, und das wird nicht nur ihren eigenen Ruin heraufbeschwören, sondern auch den ihrer Anhänger. Gewiss ist es unflätig, den Guru als gewöhnlichen Menschen zu sehen; auf der anderen Seite ist es genauso widerlich, einen Scharlatan als Guru zu betrachten. Leider ist es in einem solchen Netz aus Vergehen nicht mehr möglich, echten Dienst zum Guru oder zum Höchsten Herrn auszuführen, denn alle Tätigkeiten zeigen nur jemandes egozentrischen Charakter.
Echte und scheinbare Hingabe zum Guru
Ein wichtiger Punkt ist die Frage, ob der spirituelle Meister meinen Dienst annehmen wird oder ihn angenommen hat. Einfach nur blind solch wesentliche Unterscheidungen zu übergehen und aus unseren eigenen fragwürdigen Motiven heraus launisch zu handeln, ist eine Verschwendung unserer Kräfte und unseres Geldes für nichts. Außerdem wird es keinen spirituellen Nutzen geben, vielmehr ist uns nur weiterer Sinnengenuss garantiert. Wer unlauterer Sexualität nachgeht, kann noch so hart arbeiten und riesige Reichtümer spenden bei seiner Nachahmung des Dienstes zum Guru als seinen lieben Gefährten, aber mit einer neidischen, wetteifernden Haltung kann auch solcher Dienst nicht in die Kategorie des Dienst zum Guru kommen. Bei makellosem Dienst zum Guru gibt es weder Arroganz noch Eifersucht, weder irgendeine Form des Peinigens oder Zufügens von Leid für andere. Vielmehr wird ein Schüler in demütiger Haltung darüber nachdenken, ob der spirituelle Meister irgendeinen Dienst von einer so einfältigen Person wie ihm annehmen wird, und gleichzeitig wird er stets auf seine Segnungen hoffen. Es wird eine ruhelose Sehnsucht entstehen, sich mit Dienst zum Guru zu beschäftigen. Es wird die arrogante Haltung nie geben, bei der er denkt, er sei der einzige, der weiß, was Dienst ist und wie man ihn besser machen kann als alle anderen. Eine solch aufgeblasene Haltung ist für echten Dienst in keiner Weise förderlich. Bei Individuen, deren Herz vergiftet ist mit allen Arten schlechter Eigenschaften wie Eifersucht, Hass oder Feindseligkeit, ist jegliche hingebungsvolle Regung bloßer Schein, denn die Gottheit der Hingabe verlässt sie. Während sie nach und nach die Barmherzigkeit durch ihre Vergehen verlieren, werden sie stattdessen überwältigt von intensiven Wünschen nach Genuss und Ausbeutung der materiellen Natur. Um ihre leidenschaftlichen Wünsche zu verbergen, machen sie eine Show aus ihrem Dienst zum Guru, zu den Vaishnavas und zum Herrn und machen sich obendrein als Vaishnavas lächerlich. Die nackte Wahrheit ist einfach, dass diese so genannten Bhaktas ihre Neigung zu dienen oder auch nur irgendeinem Bhakta zu folgen verloren haben. Die Abwesenheit von Hingabe führt zur wahren Vernichtung einer Person. Vergehen gegen die Lotusfüße des Gurus und der Bhaktas lassen das Herz sich mit den sinnlichen Wünschen füllen, das schönere Geschlecht zu genießen und mit allen Mitteln zu Reichtum zu gelangen. Ein Nebenzweig solch unerwünschter Verlangen ist der Wunsch nach Ruhm, Ehre und Bewunderung. Angesichts solch ungünstiger Entwicklungen ist der gefallene Bhakta völlig gefangen im Sinnengenuss und ist nicht mehr in der Lage, seinen bevorstehenden Ruin zu erkennen. Er bleibt verstrickt in alle Arten unerwünschter Tätigkeiten, wobei seine heuchlerische Natur anwächst.
Ich bete nur darum, dass mein spiritueller Meister mich segnet und mir ermöglicht, ihm zu dienen und seine göttlichen Wünsche unter der Führung seiner hingegebenen Nachfolger zu erfüllen.
Das Gebet dieser demütigen Seele ist es, dass ich immer in der Rolle des Dieners seines Dieners sein möge.
 

 

Regelmäßige Tempelprogramme

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam