Lecture of the day

Srila BR Sridhara Gosvami

 Frage: Es wird gesagt, caksu-dāna dila jei, janme janme prabhu sei, wer mir transzendentale Sicht gibt, er ist mein Meister, Leben für Leben. Ist die Verbindung mit dem spirituellen Meister also wirklich ewig, Leben für Leben?

 

Srila BR Sridhara Gosvami: Natürlich. Aber wir dürfen ihn auf keinen Fall für die Erscheinung halten, die wir mit unseren physischen Sinnen wahrnehmen. Die innere Identifizierung ist notwendig, und diese Sichtweise wird entsprechend unseres inneren Fortschrittes klarer werden. Unsere Sicht wird klarer werden und sich von prākrta zu aprākrta wandeln, von materiell zu transzendental. So wie sich unsere Sicht ändert, so wird sich auch die Art und Weise wie wir Gurudev sehen dementsprechend verändern. Ein Mensch wird im Allgemeinen zuerst nach seiner äußeren Kleidung beurteilt, dann nach seinem Körper, dann nach seinem Geist und dann nach seiner Intelligenz. So wie unserer Auge die Fähigkeit entwickelt, die Dinge richtig zu sehen, so sehr wird sich die Erscheinung von dem, was wir sehen, verändern.
Ācāryam mām vijāniīyāt – der Herr sagt, „Letztendlich bin ich der Ācārya. Es ist meine Funktion in verschiedenen Stufen und Formen.“ Trotzdem mögen verschiedene Ācāryas zur gleichen Zeit zusammenarbeiten. Sie haben ihre gemeinsame Grundlage in ihren Sri Gurudev, aber wie so viele Äste eines Baumes, unterscheiden sie sich auf vielerlei Weise. Dennoch, das Ideal ist ācāryam mām vijāniīyāt. Das Ideal reicht von grob bis fein. Gemäß der Tiefe der Sicht des Auges des Betrachters gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Eine unterschiedlich tiefe Sicht wird unterschiedliche Ebenen der Realität des Ācāryas offenbaren und wird in einem allmählichen Fortschritt der Verwirklichung durch unterschiedliche rasas (transzendentale Beziehungen) zur höchsten Position führen. Sonst wird es martya-buddhi sein, eine materielle Auffassung der Göttlichkeit, und das ist ein Vergehen, ein Irrtum.
Wir müssen uns selbst aus der Falle befreien, die Realität mit der physischen Erscheinung gleichzusetzen, die unseren Sinnen präsentiert wird. Das Auge ist ein Betrüger, es kann nicht die wirkliche Form sehen. Und auch das Ohr betrügt uns. Die Form des Ācāryas ist nicht indriya-grahyā, mit unseren Sinnen erfaßbar, sie ist indriyātīta, jenseits von Sinneswahrnehmung. Weil wir in einer solch niedrigen Stellung sind, müssen wir uns mit Hilfe der Gestalt, die wir vor uns sehen, stufenweise der inneren Welt nähern. Aber es ist so wichtig, tiefer zu schauen. Der Ācārya trägt manchmal Winterkleidung, manchmal Sommerkleidung, aber wir sollten ihn nicht mit der Kleidung gleichsetzen, obwohl sie natürlich mit dem Körper verbunden ist. In ähnlicher Weise mag der Ācārya sich in einem jungen Körper offenbaren, aber später in seinem Leben zeigt er einen alten Körper. In einem Leben mag er in einem bestimmten Körper kommen, und ein anderes Mal in einem anderen Körper. Der selbe Ācārya mag unterschliedlich zu verschiedenen Zeiten kommen. Vom Äußeren sollten wir zum Inneren gelangen. Das trifft auch auf uns selbst zu. Wenn wir diesen Körper aus Fleisch und Blut verlieren und stattdessen nur noch einen feinstofflichen Körper haben, können wir den Guru in der Form seines feinstofflichen Körpers sehen, nicht in der Form von dieser physischen Art von Körper. Die Devatas, Gandharvas und Siddhas haben auch ihre Gurus, aber weder sie noch ihre Ācāryas besitzen einen groben Körper. So müssen wir die äußere Auffassung fallen lassen und zur inneren Auffassung vordringen. Das wird für einen fortschreitenden Schüler von immenser Wichtigkeit sein. Das bedeutet nicht, daß er die physische Form Gurudevas ignoriert, sondern daß er die wirkliche Bedeutung und die wirkliche Gegenwart im Inneren wahrnimmt.
Wir sollten die Gebrauchsgegenstände des Ācāryas verehren – seinen Mantel, seine Schuhe etc. – aber das bedeutet nicht, daß solche Dinge höher sind als sein eigener Körper. Wenn wir begierig sind, ihm einen physischen Dienst darzubringen, er das aber nicht will, dann sollten wir es nicht tun. Wenn ich seine Füße massieren möchte, aber er „Nein, nein! Ich möchte das nicht!“, sagt, dann sollten wir davon absehen. Sein innerer Wunsch wird höher sein. Auf diese Weise müssen wir vom Groben zum Feinen fortschreiten, aber das bedeutet nicht, daß wir alle äußeren Dinge verabscheuen sollten. Wir sollten sie respektieren, aber mehr Wert sollte auf das Innere, der höheren, tieferen Repräsentation, gelegt werden. „Eho bāhya, āge kaha āra. Das ist oberflächlich, gehe tiefer.“ Gemäß der Tiefe unserer Sicht werden wir voranschreiten.

 

Frage: Im Falle von Bilvamangal Thakura sprach sein Gurudeva zu ihm durch die Prostituierte Cintamani, und Bilvamangal erkannte dort seinen Guru.
Srila BR Sridhrara Gosvami: Aber das bedeutet nicht, daß er zu Cintamani zurückging. Er akzeptierte Cintamani als seinen ersten Guru. Aufgrund ihrer Anweisung ging er zu Somagiri, und von dort ging er nach Vrindavan, indem er seinen früheren Führer beiseite ließ. Er erkannte, daß Cintamani sein Ausgangspunkt war, aber er gab nicht so viel Respekt, daß er blieb und ihr diente. Eho bāhya, āge kaha āra. Fortschritt bedeutet etwas aufzugeben. Fortschritt setzt eine gewisse Art von Aufgeben voraus, eine Änderung in der Auffassung, sonst ist er stockend und statisch.

 

  • Das Unkraut, das die bhakti-Pflanze erstickt

    Śrīla Bhakti Rakşak Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Warum geben so viele Personen, die Kŗşņa-Bewusstsein praktizieren, aus welchen Gründen auch immer die einmal erlangte Gemeinschaft mit bhaktas wieder auf?

    Śrīla Śrīdhara Gosvami: Im Allgemeinen ist das Leben der vollkommenen Hingabe keine leichte Sache. So viele Schwierigkeiten tauchen auf dem Weg auf: unsere früheren Neigungen und auch die Möglichkeit, aufgrund unseres freien Willens Vergehen durch die Wahl der Gedanken, Sprache und Taten zu begehen. Unser freier Wille ist fehlerhaft, nicht vollkommen. Er ist schwach und begrenzt. Sādhana bedeutet, etwas aufzugeben und etwas Neues anzunehmen und innerhalb dieses Vorganges können so viele Schwierigkeiten und Störungen aus unseren früheren Neigungen kommen, die es uns nicht erlauben ohne Probleme voranzuschreiten. Obwohl ich weiß, dass das eine höhere Form des Dienstes ist, erlauben mir meine frühere Neigungen nicht, das anzunehmen und die notwendigen Entsagungen und Prüfungen abzulegen. Es gibt so viele Probleme – wie Unkraut.

  • Vaişņava Sannyāsa

    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Śrī Caitanya hat an alle Vaişņavas die Anordnung gegeben zu predigen, was ist dann der besondere Nutzen des Lebensstandes von sannyāsa in unserer sampradāya, wenn Mahāprabhu gesagt hat, dass es in diesem Zeitalter, kali-yuga, verboten ist?
    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī: Die Antwort wird im Śrī Caitanya-caritāmŗta gegeben. Diese Frage stellt sich nicht nur für die Gaudiya-sampradāya, sondern auch für Nachfolger von Rāmānuja, Madhvācārya und sogar Śaňkarācārya. Die Buddhisten kümmern sich nicht um die Anweisungen der Purāņas, aber die Śaňkara-Schule und die Vaişņava-Schulen akzeptieren sannyāsa. Śaňkarā war ein sannyāsī, ebenso die meisten seiner Nachfolger. Und das gilt auch für die Rāmānuja-, Madhvācārya- und Vişņusvāmī-sampradāya. Die Erklärung ist wie folgt:
    Im kali-yuga ist sannyāsa im Sinne von striktem karma-sannyāsa verboten. Karma-sannyāsa bedeutet, dass man alles aufgibt, und diese Art von sannyāsa ist im kali-yuga nicht möglich.

  • Göttliche Entfaltung

    Frage: Wenn jemand behauptet, dass der Guru selbst persönlich zurückkehrt [um den Schüler zu befreien], ist das dann ein materielles Verständnis, ein falsches Verständnis?

  • Śrī Nityānanda Prabhu

    Mahāprabhu hat nicht so viele heilige Orte besucht. Er hat hauptsächlich den Süden Indiens bereist, nicht so sehr den Norden, außer Vrindāvana und Prayāga.

    Dvārakā und Badrinārāyana wurden von Mahāprabhu ausgelassen, aber Nityānanda Prabhu hat alle Pilgerorte besucht, die es in Indien gibt. Nach Mādhavendra Purīs Verscheiden wanderte Er zu allen heiligen Orten. In der Zwischenzeit kehrte Mahāprabhu aus Gayā zurück und begann Sein sankīrtana-līlā in Navadvīpa.

    Nityānanda wanderte überall umher und zuletzt kam Er nach Vrindāvana. Er war auf der Suche nach etwas Bestimmten, denn im Inneren identifizierte Er sich mit Baladeva. Als Er mit Krishna hier war, fühlte Er eine bestimmte Anziehung für Ihn. Als Er schließlich am Ende Seiner Pilgerreise nach Vrindāvana kam, begann Er sehr genau danach zu suchen, aber Er konnte nichts finden. Dann wurde Er von innen inspiriert. „Wo kann ich Krishna finden? Er ist jetzt in Navadvīpa. Dort werde ich hin gehen.“ Mit dieser Inspiration im Herzen erreichte Er Navadvīpa Dhāma. Mahāprabhu hatte bereits Seine sankīrtana-Bewegung begonnen und in der Nacht im Traum sah Er, dass jemand mit einem Streitwagen kam, auf dessen Spitze die Fahne einer Palme war, und Er hat gefragt, „Wo ist Nimāi Panditas Haus? Wo ist Nimāi Panditas Haus?“ Jemand hat Ihm dann gesagt: „Hier ist Nimāi Panditas Haus.“

    Mahāprabhu hat Seinen Anhängern offenbart: „Eine große Persönlichkeit ist letzte Nacht nach Navadvīpa Dhāma gekommen. Ihr, (Śrīvāsa und andere) solltet versuchen, diese große Person ausfindig zu machen.“ Die Vaishnavas versuchten ihr bestes, sie suchten in allen Ecken und Winkeln, aber konnten Śrī Nityānanda Prabhu nirgendwo finden. Sie berichteten Mahāprabhu: „Wir haben alles versucht, aber wir konnten keine Spur einer noblen Person, eines Heiligen oder irgendeines großen Mannes entdecken.“

  • Der freie Fluss 
des Absoluten

    Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit dieser Welt nicht zufrieden bin – Leben, Tod, Qualen, all diese Dinge, janma-mrityu-jarā-vyādhi.

  • Die wunderbare Natur der Seele

    Das Bhagavatam sagt: muhyanti yat sūrayah. Am Anfang gibt das Bhagavatam diese Warnung, diese Ermahnung an die Gelehrten: „Ihr werdet alle sprachlos sein, wenn ihr versucht, auf diese Ebene zu gelangen.

  • Jenseits des Yogis

    Frage: Warum benutzen die Gauḍiya Vaishnavas für ihren Dienst zu Krishna keine Yogatechniken wie yoga-āsanas, prānayama usw.?

  • Intensives Vertrauen

    Krishna ist die Ekstase in Person und Er fühlt, kostet und genießt sich selbst. Aber nur durch Vertrauen ist es möglich, diese Ekstase und Freude auf andere zu übertragen und zu verbreiten.

  • Das Erwachen aus dem Traum

    अविस्मृतिः कृष्णपदारविन्दयोः
क्षिणोत्यभद्राणि च शं तनोति ।

    सत्त्वस्य शुद्धिं परमात्मभक्तिं
ज्ञानं च विज्ञानविरागयुक्तम् ॥

  • Über jedem Gesetz

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Alles ist dem Genuss des Herrn bestimmt. Wenn wir dieses Prinzip des Lebens verstehen können, dann ist es unsere Pflicht, nur das zu nehmen, was Er bereits genossen hat.

  • Die übermentale Ebene

    Frage: Was sollte die Haltung sein, während wir bhajan oder kīrtana ausführen?
    Srila Sridhara Maharaja: Meditation von formeller Natur hat hierbei keine große Wirkung.

  • Der Herr der Liebe

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Bhagavan bedeutet bhajanīya-guna-viśishtha: Er besteht aus solcher Substanz. Dass wenn wir mit Ihm in Berührung kommen, wir uns Ihm ergeben, Ihn verehren und unser Interesse mit Seinem eins werden lassen wollen. Wir möchten springen und uns zu Seinen Füßen werfen. Wir werden denken: „Wonach ich gesucht habe, der Herr meines Herzens, ich hab Ihn hier! Ich möchte nichts anderes mehr.“

  • Wahre Bildung

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Wie ist es möglich, dass jemand fähig ist, die universale Welle zu empfangen, wenn sein Geist völlig in alle Arten lokaler Interessen vertieft ist? Nur jemand, der alle Arten von lokalen Interessen aufgegeben hat und begierig ist, die universale Welle zu verstehen, kann die Dinge klar sehen. Arthesv abhijñah svarāt (SB 1.1.1): Was ist der Zweck von Bewegung in dieser Welt? Die Antwort ist klar: für Sich Selbst. Die Wirklichkeit ist für Sich Selbst, nicht um viele zufrieden zu stelle, sondern Einen.

  • Eine Marionette in den Händen des Unendlichen

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Fehlerfinden ist keine sehr gute Eigenschaft. Wir sollten die guten Eigenschaften sehen, das Gute im Universum. Und wir sollten predigen, dass das höchste Gute im Krishna-Bewusstsein zu finden ist. Eine positive Sache muss uns völlig in ihren Bann ziehen. Es ist nicht unsere Position andere zu beschuldigen, sondern das Gute herab zureichen. Das sollte unser oberstes Ziel im Leben sein. Wenn du versuchst, in jedem Fehler zu finden, wenn du aufgrund deines eigenen Interesses andere kritisierst, dann werden genau diese Fehler zu dir kommen – besonders dann, wenn das in der Gesellschaft von Vaishnavas stattfindet. Wenn du dich mit dem Gift im Körper eines anderen verbindest, dann wird das Gift in dich eindringen.

  • Bin ich dieser Körper?

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Ich bin nicht dieser physische Körper. Meine eigene physische Identifikation sollte hinterfragt werden, wenn ich mich zu sehr an die physische Schülernachfolge festklammere. Wer bin ich? Bin ich dieser physische Körper? Wenn ich spirituell bin, dann sollte ich auf der spirituellen Ebene meine spirituellen Augen benutzen und jedem nachfolgen, der tatsächlich Mahaprabhus Pfad folgt.

Regelmäßige Tempelprogramme

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam