Lecture of the day

Srila BR Sridhara Gosvami

Fehlerfinden ist keine sehr gute Eigenschaft. Wir sollten die guten Eigenschaften sehen, das Gute im Universum. Und wir sollten predigen, dass das höchste Gute im Krishna-Bewusstsein zu finden ist. Eine positive Sache muss uns völlig in ihren Bann ziehen. Es ist nicht unsere Position andere zu beschuldigen, sondern das Gute herab zureichen. Das sollte unser oberstes Ziel im Leben sein. Wenn du versuchst, in jedem Fehler zu finden, wenn du aufgrund deines eigenen Interesses andere kritisierst, dann werden genau diese Fehler zu dir kommen – besonders dann, wenn das in der Gesellschaft von Vaishnavas stattfindet. Wenn du dich mit dem Gift im Körper eines anderen verbindest, dann wird das Gift in dich eindringen. Durch diese Verbindung wird die Verunreinigung zu uns kommen. Aber wenn du Hilfe von höher Stelle suchst, um geläutert zu werden, und nicht aufgrund von Neid, dann wirst du gereinigt werden. Ansonsten kannst du dich schon im nächsten Augenblick in der selben Position wiederfinden. Was ich als so widerwärtig kritisiere, im nächsten Moment kann ich in der selben erbärmlichen Position sein. Ich kenne nicht die Wege der unendlichen Umwelt. Ich bin verwundbar. Ich bin eine Marionette, die in den Händen des Unendlichen tanzt. Im nächsten Augenblick muss ich vielleicht, von der menschlichen Lebensform Geburt als Hund, Katze oder Insekt nehmen.
Das müssen wir vermeiden. Versuche, nur die guten Dinge in anderen zu sehen. Das wird eine große Hilfe sein. Zur Zeit unseres Guru Maharajas gab es ein System in unserer Math. Guru Maharaja hat einem Vaishnava angeordnet, einen anderen Vaishnava zu preisen, besonders einen, den er nicht mochte. Das bedeutete, er war gezwungen, das Gute in jenem Bhakta zu sehen, den er nicht mochte. Er sollte versuchen, die guten Eigenschaften in ihm herauszufinden. Während er die schlechten Dinge in seiner eigenen Auffassung über den Bhakta beiseite ließ, suchte er nach allen guten Eigenschaften, und das kam ihm zugute. Man sollte keine schlechten Dinge  kultivieren, besonders nicht im Zusammenhang mit den Bhaktas, weil Krishna die Verantwortung über jene ergebenen Seelen übernommen hat. Was gut und schlecht ist, ist Seine Verantwortung. Jenen üblen Dinge im Bhakta können jederzeit verschwinden, oder Krishna wird das weiter erlauben, um einen bestimmten Zweck damit zu erfüllen. Solche Bhaktas sind ananya-bhak, fest verankert in ihrer Hingabe.
Der größte Feind in unserem Fortschritt ist vaisnava-aparadha, besonders für Anfänger auf der Reise in dieses Reich. Apa-aradhana – aradhana bedeutet zu verehren, zu achten, zu dienen, und apa bedeutet, das, was nicht dem Standard entspricht. Vaisnava-aparadha gilt als äußerst gefährlich. Wenn ein Vaishnava Krishna dient und wir Fehler in ihm finden, dann wird unser Grad der Reinheit absinken. Ein Vaishnava wird immer denken: „Ich kann nicht vollkommen dienen. Mein Dienst ist voller Fehler.“ Sogar Radharani sagt: „Ich kann Krishna nicht richtig dienen.“ Aber Sie bringt den höchsten Dienst dar. Wenn es in der niedrigeren Position zu einem Konflikt kommt, dann ist das vaisnava-aparadha. Das ist schwerwiegender als jedes Vergehen gegen Krishna direkt, weil der Vaishnava Krishna aufrichtig mit Ernsthaftigkeit dient und ich ihn beleidige. Dadurch begehe ich Selbstmord. Sich gegen den Vaishnava zu stellen bedeutet, sich gegen seine eigenen lebensnotwendigen Interessen zu stellen.


Doktor, heile dich selbst!

Man sollte sehr bedacht sein, keine Anmerkungen zu den Praktiken und Handlungen anderer Vaishnavas zu machen. Es ist nur dann angebracht, wenn jemand vom Höchsten dazu ermächtigt wurde, wie im Falle von Schülern. Um seine Schüler zu korrigieren, kann ein wohlmeinender Beschützer ihre Fehler aufzeigen und ihnen helfen, sie zu entfernen.
Kritisiere nicht. Sei nicht hungrig danach, die Fehler der anderen zu sehen. Aber wenn jemand einen Fehler in dir findet, dann kannst du eine höhere Autorität, einen höhergestellten Vaishnava, um Rat fragen. „Es gab einige Beschwerden über mich. Ich weiß nicht, ob sie berechtigt sind oder nicht. Kannst du mir bitte helfen, meine Fehler zu verstehen?“ Solch eine Bitte ist frei von Neid und dem Konkurrenzdenken, dass ich gut bin und er schlecht ist. Ihr liegen keine missgünstigen Motive zugrunde. Sie muss nur pariprasnena enthalten – ehrliches Fragen. Sonst werde ich darunter leiden müssen.
Doktor, heile dich selbst, bevor du versuchst, andere zu heilen. Das ist deine erste Aufgabe. Erst dann wirst du fähig sein, anderen ein Allheilmittel zu verabreichen. Abschließend rate ich, dass man versuchen sollte, sich dem Vaishnava unterzuordnen. Sich ihnen unterzuordnen wird den spirituellen Fortschritt fördern. Wir sollten auch zum Höchsten Herrn für solch eine Haltung beten: „Oh Herr, mein schlechter Charakter steht meiner Gemeinschaft mit den Bhaktas im weg, bitte entferne ihn.“ Gemeinschaft mit den Verehrern des Herrn ist eine grundlegende Notwendigkeit. Es wird unsere Position mit dem Höchsten Herrn enorm verbessern, wenn wir in diesem Gebet verweilen: „Oh mein Herr, dieser schlechte Charakter, dieses unüberlegte Denken und Fühlen, Gefühle, die die äußere Welt betreffen, sie alle stören meine Gemeinschaft mit den höheren Vaishnavas.“ Wir müssen versuchen, das Gute in anderen zu sehen. Das wird uns helfen. Sonst werden wir in großen Schwierigkeiten sein. Das ist nicht bloß Theorie, sondern das sind sehr praktische Dinge.

  • Das Unkraut, das die bhakti-Pflanze erstickt

    Śrīla Bhakti Rakşak Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Warum geben so viele Personen, die Kŗşņa-Bewusstsein praktizieren, aus welchen Gründen auch immer die einmal erlangte Gemeinschaft mit bhaktas wieder auf?

    Śrīla Śrīdhara Gosvami: Im Allgemeinen ist das Leben der vollkommenen Hingabe keine leichte Sache. So viele Schwierigkeiten tauchen auf dem Weg auf: unsere früheren Neigungen und auch die Möglichkeit, aufgrund unseres freien Willens Vergehen durch die Wahl der Gedanken, Sprache und Taten zu begehen. Unser freier Wille ist fehlerhaft, nicht vollkommen. Er ist schwach und begrenzt. Sādhana bedeutet, etwas aufzugeben und etwas Neues anzunehmen und innerhalb dieses Vorganges können so viele Schwierigkeiten und Störungen aus unseren früheren Neigungen kommen, die es uns nicht erlauben ohne Probleme voranzuschreiten. Obwohl ich weiß, dass das eine höhere Form des Dienstes ist, erlauben mir meine frühere Neigungen nicht, das anzunehmen und die notwendigen Entsagungen und Prüfungen abzulegen. Es gibt so viele Probleme – wie Unkraut.

  • Vaişņava Sannyāsa

    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Śrī Caitanya hat an alle Vaişņavas die Anordnung gegeben zu predigen, was ist dann der besondere Nutzen des Lebensstandes von sannyāsa in unserer sampradāya, wenn Mahāprabhu gesagt hat, dass es in diesem Zeitalter, kali-yuga, verboten ist?
    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī: Die Antwort wird im Śrī Caitanya-caritāmŗta gegeben. Diese Frage stellt sich nicht nur für die Gaudiya-sampradāya, sondern auch für Nachfolger von Rāmānuja, Madhvācārya und sogar Śaňkarācārya. Die Buddhisten kümmern sich nicht um die Anweisungen der Purāņas, aber die Śaňkara-Schule und die Vaişņava-Schulen akzeptieren sannyāsa. Śaňkarā war ein sannyāsī, ebenso die meisten seiner Nachfolger. Und das gilt auch für die Rāmānuja-, Madhvācārya- und Vişņusvāmī-sampradāya. Die Erklärung ist wie folgt:
    Im kali-yuga ist sannyāsa im Sinne von striktem karma-sannyāsa verboten. Karma-sannyāsa bedeutet, dass man alles aufgibt, und diese Art von sannyāsa ist im kali-yuga nicht möglich.

  • Göttliche Entfaltung

    Frage: Wenn jemand behauptet, dass der Guru selbst persönlich zurückkehrt [um den Schüler zu befreien], ist das dann ein materielles Verständnis, ein falsches Verständnis?

  • Śrī Nityānanda Prabhu

    Mahāprabhu hat nicht so viele heilige Orte besucht. Er hat hauptsächlich den Süden Indiens bereist, nicht so sehr den Norden, außer Vrindāvana und Prayāga.

    Dvārakā und Badrinārāyana wurden von Mahāprabhu ausgelassen, aber Nityānanda Prabhu hat alle Pilgerorte besucht, die es in Indien gibt. Nach Mādhavendra Purīs Verscheiden wanderte Er zu allen heiligen Orten. In der Zwischenzeit kehrte Mahāprabhu aus Gayā zurück und begann Sein sankīrtana-līlā in Navadvīpa.

    Nityānanda wanderte überall umher und zuletzt kam Er nach Vrindāvana. Er war auf der Suche nach etwas Bestimmten, denn im Inneren identifizierte Er sich mit Baladeva. Als Er mit Krishna hier war, fühlte Er eine bestimmte Anziehung für Ihn. Als Er schließlich am Ende Seiner Pilgerreise nach Vrindāvana kam, begann Er sehr genau danach zu suchen, aber Er konnte nichts finden. Dann wurde Er von innen inspiriert. „Wo kann ich Krishna finden? Er ist jetzt in Navadvīpa. Dort werde ich hin gehen.“ Mit dieser Inspiration im Herzen erreichte Er Navadvīpa Dhāma. Mahāprabhu hatte bereits Seine sankīrtana-Bewegung begonnen und in der Nacht im Traum sah Er, dass jemand mit einem Streitwagen kam, auf dessen Spitze die Fahne einer Palme war, und Er hat gefragt, „Wo ist Nimāi Panditas Haus? Wo ist Nimāi Panditas Haus?“ Jemand hat Ihm dann gesagt: „Hier ist Nimāi Panditas Haus.“

    Mahāprabhu hat Seinen Anhängern offenbart: „Eine große Persönlichkeit ist letzte Nacht nach Navadvīpa Dhāma gekommen. Ihr, (Śrīvāsa und andere) solltet versuchen, diese große Person ausfindig zu machen.“ Die Vaishnavas versuchten ihr bestes, sie suchten in allen Ecken und Winkeln, aber konnten Śrī Nityānanda Prabhu nirgendwo finden. Sie berichteten Mahāprabhu: „Wir haben alles versucht, aber wir konnten keine Spur einer noblen Person, eines Heiligen oder irgendeines großen Mannes entdecken.“

  • Der freie Fluss 
des Absoluten

    Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit dieser Welt nicht zufrieden bin – Leben, Tod, Qualen, all diese Dinge, janma-mrityu-jarā-vyādhi.

  • Die wunderbare Natur der Seele

    Das Bhagavatam sagt: muhyanti yat sūrayah. Am Anfang gibt das Bhagavatam diese Warnung, diese Ermahnung an die Gelehrten: „Ihr werdet alle sprachlos sein, wenn ihr versucht, auf diese Ebene zu gelangen.

  • Jenseits des Yogis

    Frage: Warum benutzen die Gauḍiya Vaishnavas für ihren Dienst zu Krishna keine Yogatechniken wie yoga-āsanas, prānayama usw.?

  • Intensives Vertrauen

    Krishna ist die Ekstase in Person und Er fühlt, kostet und genießt sich selbst. Aber nur durch Vertrauen ist es möglich, diese Ekstase und Freude auf andere zu übertragen und zu verbreiten.

  • Das Erwachen aus dem Traum

    अविस्मृतिः कृष्णपदारविन्दयोः
क्षिणोत्यभद्राणि च शं तनोति ।

    सत्त्वस्य शुद्धिं परमात्मभक्तिं
ज्ञानं च विज्ञानविरागयुक्तम् ॥

  • Über jedem Gesetz

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Alles ist dem Genuss des Herrn bestimmt. Wenn wir dieses Prinzip des Lebens verstehen können, dann ist es unsere Pflicht, nur das zu nehmen, was Er bereits genossen hat.

  • Die übermentale Ebene

    Frage: Was sollte die Haltung sein, während wir bhajan oder kīrtana ausführen?
    Srila Sridhara Maharaja: Meditation von formeller Natur hat hierbei keine große Wirkung.

  • Der Herr der Liebe

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Bhagavan bedeutet bhajanīya-guna-viśishtha: Er besteht aus solcher Substanz. Dass wenn wir mit Ihm in Berührung kommen, wir uns Ihm ergeben, Ihn verehren und unser Interesse mit Seinem eins werden lassen wollen. Wir möchten springen und uns zu Seinen Füßen werfen. Wir werden denken: „Wonach ich gesucht habe, der Herr meines Herzens, ich hab Ihn hier! Ich möchte nichts anderes mehr.“

  • Wahre Bildung

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Wie ist es möglich, dass jemand fähig ist, die universale Welle zu empfangen, wenn sein Geist völlig in alle Arten lokaler Interessen vertieft ist? Nur jemand, der alle Arten von lokalen Interessen aufgegeben hat und begierig ist, die universale Welle zu verstehen, kann die Dinge klar sehen. Arthesv abhijñah svarāt (SB 1.1.1): Was ist der Zweck von Bewegung in dieser Welt? Die Antwort ist klar: für Sich Selbst. Die Wirklichkeit ist für Sich Selbst, nicht um viele zufrieden zu stelle, sondern Einen.

  • Eine Marionette in den Händen des Unendlichen

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Fehlerfinden ist keine sehr gute Eigenschaft. Wir sollten die guten Eigenschaften sehen, das Gute im Universum. Und wir sollten predigen, dass das höchste Gute im Krishna-Bewusstsein zu finden ist. Eine positive Sache muss uns völlig in ihren Bann ziehen. Es ist nicht unsere Position andere zu beschuldigen, sondern das Gute herab zureichen. Das sollte unser oberstes Ziel im Leben sein. Wenn du versuchst, in jedem Fehler zu finden, wenn du aufgrund deines eigenen Interesses andere kritisierst, dann werden genau diese Fehler zu dir kommen – besonders dann, wenn das in der Gesellschaft von Vaishnavas stattfindet. Wenn du dich mit dem Gift im Körper eines anderen verbindest, dann wird das Gift in dich eindringen.

  • Bin ich dieser Körper?

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Ich bin nicht dieser physische Körper. Meine eigene physische Identifikation sollte hinterfragt werden, wenn ich mich zu sehr an die physische Schülernachfolge festklammere. Wer bin ich? Bin ich dieser physische Körper? Wenn ich spirituell bin, dann sollte ich auf der spirituellen Ebene meine spirituellen Augen benutzen und jedem nachfolgen, der tatsächlich Mahaprabhus Pfad folgt.

Regelmäßige Tempelprogramme

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam