Lecture of the day

अविस्मृतिः कृष्णपदारविन्दयोः
क्षिणोत्यभद्राणि च शं तनोति ।

सत्त्वस्य शुद्धिं परमात्मभक्तिं
ज्ञानं च विज्ञानविरागयुक्तम् ॥

 

avismritih krishna-padāravindayoh

kshinoty abhadrāni ca śam tanoti
sattvasya śuddhim paramātma-bhaktim
jñānam ca vijñāna-virāga-yuktam
— SB 12.12.55

Krishna-Bewusstsein, das Erinnern an die göttlichen Füße Krishnas, krishna-padāravindayoh, wird abhadra, alles Unerwünschte, was nicht gut in uns ist, auflösen, zerstören. Alles Üble und Unreine in uns wird durch die Fortführung von Krishna-Bewusstsein zerstört werden. Auf jeder Entwicklungsstufe, sogar auf der niedrigen Stufe, kann die schwächste, unbedeutendste Verbindung unsere unerwünschte Verbindung mit den Dingen von niedrigerer Natur zerstören.

Und es wird Tugend in uns fördern. Sattvasya śuddhim: unser innerstes Wesen wird erhoben, unsere Seele wird geläutert werden. Unser Standpunkt, unser Verständnis, unsere Hoffnung – alles wird geläutert werden. Und paramātma-bhaktim: Wir werden Hingabe erlangen, Anhaftung an das übersubjektive Reich. Und unser Wissen, unsere Auffassung darüber – jñānam ca – wird verfeinert. Und dieses Wissen, unsere Vorstellung über Ihn, wird sich zu vijñāna, einer klaren Auffassung, entwickeln und in uns virāga-yuktam, Gleichgültigkeit gegenüber der irdischen Welt, hervorrufen.
Um jeden Preis sollten wir Krishna-Bewusstsein aufrecht erhalten. Das ist der Rat, das ist die Medizin. Und es gibt kein anderes Mittel, das Krishna-Bewusstsein erzeugt, uns heilen und unser Krishna-Bewusstsein zum Vorschein bringen kann.

 

Licht kommt von Licht

Krishna-Bewusstsein ist die Ursache für Krishna-Bewusstsein. Und wir benötigen die Hilfe vom sādhu, der Krishna-Bewusstsein in sich trägt. So wie man mit einer Kerze eine andere Kerze anzündet. Die Kerze kann nicht von sich aus Licht erzeugen, sondern nur wenn sie mit einer anderen Kerze angezündet wird – es ist so ähnlich. Wir müssen unser verschüttetes Krishna-Bewusstsein wiedererwecken, das bedeckt ist von anyābhilāsha-karma-jñāna – fruchtbringenden selbstischen Aktivitäten, dem Versuch die materiellen Wünsche zu erfüllen; und der Suche nach philosophischem Wissen, frei oder unabhängig von hingebungsvollem Dienst. Dieses Licht, diese Gemeinschaft wird dem schlummernden Krishna-Bewusstsein in uns auf die Sprünge helfen, und unser Bewusstsein wird sich aus dem Schlaf erheben und sich zu erkennen geben, wie es ist. Die Methode ist Gemeinschaft mit Heiligen. Krishna-bhakti-janma-mūla haya sādhu-sanga, die Gemeinschaft mit einem sādhu, einem Verehrer Krishnas ist die Ursache von Krishna-Bewusstsein. Zur gleichen Zeit wird gesagt, Krishna-Bewusstsein ist ahaitukī, ohne Ursache. Wir sollen wir diese beiden Wahrheiten in Einklang bringen? Krishna-bhakti, Vertrauen in oder Hingabe zu Krishna, können wir vom sādhu erlangen, und zur gleichen Zeit wird gesagt es ist ohne Ursache.
In diesem Zusammenhang hat Srila Visvanatha Chakravarti Thakura die Bedeutung von ahaitukī in diesem Vers vom Srimad Bhagavatam (1.2.6) erklärt:

स वै पुंसां परो धर्मो यतो भक्तिरधोक्षजे ।
अहैतुक्यप्रतिहता ययात्मा सुप्रसीदति ॥

sa vai pumsām paro dharmo yato bhaktir adhokshaje

ahaituky apratihatā yayātmā suprasīdati

Hier wird krishna-bhakti als ahaitukī, ohne Ursache, und weiters auch als apratihatā, ohne Unterbrechung, dargestellt. Wenn Hingabe zu Krishna in unserem Herzen erweckt wird, dann werden wir in unserem Herzen eine unvergleichliche Zufriedenheit verspüren, yayātmā suprasīdati. Diese Zufriedenheit entsteht in unserem Herzen und wir können sie erfahren. Ahaituky apratihatā – sie hat keine Ursache und kann nicht aufgehalten werden. Jeglicher Widerstand kann hierbei keine Wirkung zeigen. Bhakti kommt von bhakti, auf diese Weise ist sie ahaitukī. So wie von einer brennenden Kerze eine andere angezündet wird. Licht kommt von Licht. Auf diese Wiese sollten wir es verstehen. Das ursprüngliche Licht ist ewig, hat sich selbst erschaffen und erweitert sich, es hat keine andere Ursache als sich selbst und wird deshalb als ‚grundlos‘ bezeichnet. Die letztendliche Ursache existiert ewig und erweitert sich.

Verbindung mit der ursächlichen Ebene

Und bhakti ist apratihatā. Es mag vorübergehend so erscheinen, als ob sie aufgehalten oder gebremst wird, aber: nehābhikrama-nāśo ’sti pratyavāyo na vidyate. Es wird dich nicht verlassen. Für einige Zeit mag sie ein wenig unterdrückt werden, aber sie kann nicht zerstört werden. Bhakti ist von ewiger Natur, sie hat eine Verbindung mit dem ewigen Aspekt des Universums, deswegen ist sie apratihatā. Wir müssen uns dieser Art des Daseins nähern, wir müssen mit dieser Ebene des Lebens in Kontakt treten – eine ganz besondere Ebene von vollkommener Existenz, Erkenntnis oder Natur. Sie ist schon da, wir müssen nur die Verbindung herstellen.

  • Das Unkraut, das die bhakti-Pflanze erstickt

    Śrīla Bhakti Rakşak Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Warum geben so viele Personen, die Kŗşņa-Bewusstsein praktizieren, aus welchen Gründen auch immer die einmal erlangte Gemeinschaft mit bhaktas wieder auf?

    Śrīla Śrīdhara Gosvami: Im Allgemeinen ist das Leben der vollkommenen Hingabe keine leichte Sache. So viele Schwierigkeiten tauchen auf dem Weg auf: unsere früheren Neigungen und auch die Möglichkeit, aufgrund unseres freien Willens Vergehen durch die Wahl der Gedanken, Sprache und Taten zu begehen. Unser freier Wille ist fehlerhaft, nicht vollkommen. Er ist schwach und begrenzt. Sādhana bedeutet, etwas aufzugeben und etwas Neues anzunehmen und innerhalb dieses Vorganges können so viele Schwierigkeiten und Störungen aus unseren früheren Neigungen kommen, die es uns nicht erlauben ohne Probleme voranzuschreiten. Obwohl ich weiß, dass das eine höhere Form des Dienstes ist, erlauben mir meine frühere Neigungen nicht, das anzunehmen und die notwendigen Entsagungen und Prüfungen abzulegen. Es gibt so viele Probleme – wie Unkraut.

  • Vaişņava Sannyāsa

    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Śrī Caitanya hat an alle Vaişņavas die Anordnung gegeben zu predigen, was ist dann der besondere Nutzen des Lebensstandes von sannyāsa in unserer sampradāya, wenn Mahāprabhu gesagt hat, dass es in diesem Zeitalter, kali-yuga, verboten ist?
    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī: Die Antwort wird im Śrī Caitanya-caritāmŗta gegeben. Diese Frage stellt sich nicht nur für die Gaudiya-sampradāya, sondern auch für Nachfolger von Rāmānuja, Madhvācārya und sogar Śaňkarācārya. Die Buddhisten kümmern sich nicht um die Anweisungen der Purāņas, aber die Śaňkara-Schule und die Vaişņava-Schulen akzeptieren sannyāsa. Śaňkarā war ein sannyāsī, ebenso die meisten seiner Nachfolger. Und das gilt auch für die Rāmānuja-, Madhvācārya- und Vişņusvāmī-sampradāya. Die Erklärung ist wie folgt:
    Im kali-yuga ist sannyāsa im Sinne von striktem karma-sannyāsa verboten. Karma-sannyāsa bedeutet, dass man alles aufgibt, und diese Art von sannyāsa ist im kali-yuga nicht möglich.

  • Göttliche Entfaltung

    Frage: Wenn jemand behauptet, dass der Guru selbst persönlich zurückkehrt [um den Schüler zu befreien], ist das dann ein materielles Verständnis, ein falsches Verständnis?

  • Śrī Nityānanda Prabhu

    Mahāprabhu hat nicht so viele heilige Orte besucht. Er hat hauptsächlich den Süden Indiens bereist, nicht so sehr den Norden, außer Vrindāvana und Prayāga.

    Dvārakā und Badrinārāyana wurden von Mahāprabhu ausgelassen, aber Nityānanda Prabhu hat alle Pilgerorte besucht, die es in Indien gibt. Nach Mādhavendra Purīs Verscheiden wanderte Er zu allen heiligen Orten. In der Zwischenzeit kehrte Mahāprabhu aus Gayā zurück und begann Sein sankīrtana-līlā in Navadvīpa.

    Nityānanda wanderte überall umher und zuletzt kam Er nach Vrindāvana. Er war auf der Suche nach etwas Bestimmten, denn im Inneren identifizierte Er sich mit Baladeva. Als Er mit Krishna hier war, fühlte Er eine bestimmte Anziehung für Ihn. Als Er schließlich am Ende Seiner Pilgerreise nach Vrindāvana kam, begann Er sehr genau danach zu suchen, aber Er konnte nichts finden. Dann wurde Er von innen inspiriert. „Wo kann ich Krishna finden? Er ist jetzt in Navadvīpa. Dort werde ich hin gehen.“ Mit dieser Inspiration im Herzen erreichte Er Navadvīpa Dhāma. Mahāprabhu hatte bereits Seine sankīrtana-Bewegung begonnen und in der Nacht im Traum sah Er, dass jemand mit einem Streitwagen kam, auf dessen Spitze die Fahne einer Palme war, und Er hat gefragt, „Wo ist Nimāi Panditas Haus? Wo ist Nimāi Panditas Haus?“ Jemand hat Ihm dann gesagt: „Hier ist Nimāi Panditas Haus.“

    Mahāprabhu hat Seinen Anhängern offenbart: „Eine große Persönlichkeit ist letzte Nacht nach Navadvīpa Dhāma gekommen. Ihr, (Śrīvāsa und andere) solltet versuchen, diese große Person ausfindig zu machen.“ Die Vaishnavas versuchten ihr bestes, sie suchten in allen Ecken und Winkeln, aber konnten Śrī Nityānanda Prabhu nirgendwo finden. Sie berichteten Mahāprabhu: „Wir haben alles versucht, aber wir konnten keine Spur einer noblen Person, eines Heiligen oder irgendeines großen Mannes entdecken.“

  • Der freie Fluss 
des Absoluten

    Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit dieser Welt nicht zufrieden bin – Leben, Tod, Qualen, all diese Dinge, janma-mrityu-jarā-vyādhi.

  • Die wunderbare Natur der Seele

    Das Bhagavatam sagt: muhyanti yat sūrayah. Am Anfang gibt das Bhagavatam diese Warnung, diese Ermahnung an die Gelehrten: „Ihr werdet alle sprachlos sein, wenn ihr versucht, auf diese Ebene zu gelangen.

  • Jenseits des Yogis

    Frage: Warum benutzen die Gauḍiya Vaishnavas für ihren Dienst zu Krishna keine Yogatechniken wie yoga-āsanas, prānayama usw.?

  • Intensives Vertrauen

    Krishna ist die Ekstase in Person und Er fühlt, kostet und genießt sich selbst. Aber nur durch Vertrauen ist es möglich, diese Ekstase und Freude auf andere zu übertragen und zu verbreiten.

  • Das Erwachen aus dem Traum

    अविस्मृतिः कृष्णपदारविन्दयोः
क्षिणोत्यभद्राणि च शं तनोति ।

    सत्त्वस्य शुद्धिं परमात्मभक्तिं
ज्ञानं च विज्ञानविरागयुक्तम् ॥

  • Über jedem Gesetz

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Alles ist dem Genuss des Herrn bestimmt. Wenn wir dieses Prinzip des Lebens verstehen können, dann ist es unsere Pflicht, nur das zu nehmen, was Er bereits genossen hat.

  • Die übermentale Ebene

    Frage: Was sollte die Haltung sein, während wir bhajan oder kīrtana ausführen?
    Srila Sridhara Maharaja: Meditation von formeller Natur hat hierbei keine große Wirkung.

  • Der Herr der Liebe

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Bhagavan bedeutet bhajanīya-guna-viśishtha: Er besteht aus solcher Substanz. Dass wenn wir mit Ihm in Berührung kommen, wir uns Ihm ergeben, Ihn verehren und unser Interesse mit Seinem eins werden lassen wollen. Wir möchten springen und uns zu Seinen Füßen werfen. Wir werden denken: „Wonach ich gesucht habe, der Herr meines Herzens, ich hab Ihn hier! Ich möchte nichts anderes mehr.“

  • Wahre Bildung

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Wie ist es möglich, dass jemand fähig ist, die universale Welle zu empfangen, wenn sein Geist völlig in alle Arten lokaler Interessen vertieft ist? Nur jemand, der alle Arten von lokalen Interessen aufgegeben hat und begierig ist, die universale Welle zu verstehen, kann die Dinge klar sehen. Arthesv abhijñah svarāt (SB 1.1.1): Was ist der Zweck von Bewegung in dieser Welt? Die Antwort ist klar: für Sich Selbst. Die Wirklichkeit ist für Sich Selbst, nicht um viele zufrieden zu stelle, sondern Einen.

  • Eine Marionette in den Händen des Unendlichen

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Fehlerfinden ist keine sehr gute Eigenschaft. Wir sollten die guten Eigenschaften sehen, das Gute im Universum. Und wir sollten predigen, dass das höchste Gute im Krishna-Bewusstsein zu finden ist. Eine positive Sache muss uns völlig in ihren Bann ziehen. Es ist nicht unsere Position andere zu beschuldigen, sondern das Gute herab zureichen. Das sollte unser oberstes Ziel im Leben sein. Wenn du versuchst, in jedem Fehler zu finden, wenn du aufgrund deines eigenen Interesses andere kritisierst, dann werden genau diese Fehler zu dir kommen – besonders dann, wenn das in der Gesellschaft von Vaishnavas stattfindet. Wenn du dich mit dem Gift im Körper eines anderen verbindest, dann wird das Gift in dich eindringen.

  • Bin ich dieser Körper?

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Ich bin nicht dieser physische Körper. Meine eigene physische Identifikation sollte hinterfragt werden, wenn ich mich zu sehr an die physische Schülernachfolge festklammere. Wer bin ich? Bin ich dieser physische Körper? Wenn ich spirituell bin, dann sollte ich auf der spirituellen Ebene meine spirituellen Augen benutzen und jedem nachfolgen, der tatsächlich Mahaprabhus Pfad folgt.

Regelmäßige Tempelprogramme

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam