Lecture of the day

Das Bhagavatam sagt: muhyanti yat sūrayah. Am Anfang gibt das Bhagavatam diese Warnung, diese Ermahnung an die Gelehrten: „Ihr werdet alle sprachlos sein, wenn ihr versucht, auf diese Ebene zu gelangen.

Eure Gelehrsamkeit wird es euch nicht erlauben, dort erfolgreich zu sein.“ Die Natur dieser Ebene ist so geheimnisvoll, dass sogar große Gelehrte als nicht ausreichend qualifiziert angesehen werden, um dort einzutreten.
Nur die ergebenen Seelen können die feinen Punkte der Hingabe verstehen und spüren. Außenseiter, die objektive Fragesteller und Forscher bleiben, können dort keinen Zutritt haben. Es ist das höhere subjektive Reich, das übersubjektive Reich. Diese Ebene ist sogar über der Ebene der Seele.

Und um das zu verstehen, müssen wir zuerst nach der Seele forschen. Als erstes ist der Geist, manah, dann die Intelligenz, buddhi, und dann die Seele, ātmā. Die Seele ist unvergänglich, sie stirbt nicht. Die Seele ist ewig, konstant. In den Upanishaden und in der Gītā wird gesagt, dass wenn wir nur einmal mit unserer Seele in Kontakt kommen, eine Kehrtwende in unserem Leben stattfinden wird. Dann werden wir mit Erstaunen verwirklichen: „Oh, solch eine höchst qualifizierte Sache ist in mir! In Unwissenheit habe ich diesen vergänglichen Körper und diesen flackerhaften Geist für mein wahres Selbst gehalten. Aber die materiellen Sinne und der Geist sind alle Verräter, sie sind meinem wahren Selbst gegenüber feindlich gesinnt. Ich bin Seele. Ich brauche all diese Dinge gar nicht. Ich kann ohne diese unnötigen materiellen Dinge leben. Die Seele benötigt kein Essen aus dieser materiellen Sphäre. Die Seele ist unabhängig. Was für eine wunderbare Existenz ich doch besitze! In Wirklichkeit bin ich Seele und die Natur der Seele ist so nobel, so erhaben, so gut.“ Ein radikaler Wandel des Bewusstseins findet an diesem Punkt statt und man versucht die höhere Ebene zu betreten. Jetzt brauchen wir spirituelle Realität. Wir sind Seele, wir sind nicht von Materie abhängig. Wir bestehen aus solch transzendentaler Existenz. Nichts kann die Existenz der Seele bedrohen – keine Atombombe, kein Nuklearkrieg, Blitz, Donner oder Erdbeben. All die Schwierigkeiten dieser materiellen Welt sind auf diesen Körper beschränkt, der nur ein fremdes Gerippe, eine erfundene Repräsentation meines wahren Selbstes ist. Mein wirkliches Selbst existiert auf der spirituellen Ebene, auf einer höheren Ebene. Wenn wir tatsächlich mit dieser Verwirklichung in Berührung kommen, wenn wir im Inneren fühlen können, dass die Seele unabhängig von Materie ist, dann wird ein revolutionärer Wandel in unserem Geist statt finden. Dann wird unser Versuch, Fortschritt im spirituellen Leben zu machen, wirklich echt werden. Andernfalls ist unser Fortschritt zweifelhaft. Wir begreifen es intellektuell und denken, „Ja, ich kann‘s mal versuchen. Ich höre natürlich, dass ich gute Aussichten im spirituellen Leben habe. Kraft meiner Intelligenz kann ich etwas folgen, es ist ein Versuch wert.“ Aber Fortschritt auf der intellektuellen Ebene ist nur zögerlicher Fortschritt. Wenn jemand aber auf die Ebene seiner eigenen Seele gelangt, wird er sein eigenes Selbst entdecken und erkennen, „Hier bin ich!“ Zu der Zeit werden alle falschen Vorstellungen, an die man sich so lange geklammert hat, sich wie ein Traum auflösen. Sie werden alle zu Ende sein und man wird denken, „Ich habe ein neues Leben zu beginnen.“ Diese neue Aussicht wird die Tür zum Fortschritt auf eine höhere Ebene öffnen.

  • Das Unkraut, das die bhakti-Pflanze erstickt

    Śrīla Bhakti Rakşak Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Warum geben so viele Personen, die Kŗşņa-Bewusstsein praktizieren, aus welchen Gründen auch immer die einmal erlangte Gemeinschaft mit bhaktas wieder auf?

    Śrīla Śrīdhara Gosvami: Im Allgemeinen ist das Leben der vollkommenen Hingabe keine leichte Sache. So viele Schwierigkeiten tauchen auf dem Weg auf: unsere früheren Neigungen und auch die Möglichkeit, aufgrund unseres freien Willens Vergehen durch die Wahl der Gedanken, Sprache und Taten zu begehen. Unser freier Wille ist fehlerhaft, nicht vollkommen. Er ist schwach und begrenzt. Sādhana bedeutet, etwas aufzugeben und etwas Neues anzunehmen und innerhalb dieses Vorganges können so viele Schwierigkeiten und Störungen aus unseren früheren Neigungen kommen, die es uns nicht erlauben ohne Probleme voranzuschreiten. Obwohl ich weiß, dass das eine höhere Form des Dienstes ist, erlauben mir meine frühere Neigungen nicht, das anzunehmen und die notwendigen Entsagungen und Prüfungen abzulegen. Es gibt so viele Probleme – wie Unkraut.

  • Vaişņava Sannyāsa

    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Śrī Caitanya hat an alle Vaişņavas die Anordnung gegeben zu predigen, was ist dann der besondere Nutzen des Lebensstandes von sannyāsa in unserer sampradāya, wenn Mahāprabhu gesagt hat, dass es in diesem Zeitalter, kali-yuga, verboten ist?
    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī: Die Antwort wird im Śrī Caitanya-caritāmŗta gegeben. Diese Frage stellt sich nicht nur für die Gaudiya-sampradāya, sondern auch für Nachfolger von Rāmānuja, Madhvācārya und sogar Śaňkarācārya. Die Buddhisten kümmern sich nicht um die Anweisungen der Purāņas, aber die Śaňkara-Schule und die Vaişņava-Schulen akzeptieren sannyāsa. Śaňkarā war ein sannyāsī, ebenso die meisten seiner Nachfolger. Und das gilt auch für die Rāmānuja-, Madhvācārya- und Vişņusvāmī-sampradāya. Die Erklärung ist wie folgt:
    Im kali-yuga ist sannyāsa im Sinne von striktem karma-sannyāsa verboten. Karma-sannyāsa bedeutet, dass man alles aufgibt, und diese Art von sannyāsa ist im kali-yuga nicht möglich.

  • Göttliche Entfaltung

    Frage: Wenn jemand behauptet, dass der Guru selbst persönlich zurückkehrt [um den Schüler zu befreien], ist das dann ein materielles Verständnis, ein falsches Verständnis?

  • Śrī Nityānanda Prabhu

    Mahāprabhu hat nicht so viele heilige Orte besucht. Er hat hauptsächlich den Süden Indiens bereist, nicht so sehr den Norden, außer Vrindāvana und Prayāga.

    Dvārakā und Badrinārāyana wurden von Mahāprabhu ausgelassen, aber Nityānanda Prabhu hat alle Pilgerorte besucht, die es in Indien gibt. Nach Mādhavendra Purīs Verscheiden wanderte Er zu allen heiligen Orten. In der Zwischenzeit kehrte Mahāprabhu aus Gayā zurück und begann Sein sankīrtana-līlā in Navadvīpa.

    Nityānanda wanderte überall umher und zuletzt kam Er nach Vrindāvana. Er war auf der Suche nach etwas Bestimmten, denn im Inneren identifizierte Er sich mit Baladeva. Als Er mit Krishna hier war, fühlte Er eine bestimmte Anziehung für Ihn. Als Er schließlich am Ende Seiner Pilgerreise nach Vrindāvana kam, begann Er sehr genau danach zu suchen, aber Er konnte nichts finden. Dann wurde Er von innen inspiriert. „Wo kann ich Krishna finden? Er ist jetzt in Navadvīpa. Dort werde ich hin gehen.“ Mit dieser Inspiration im Herzen erreichte Er Navadvīpa Dhāma. Mahāprabhu hatte bereits Seine sankīrtana-Bewegung begonnen und in der Nacht im Traum sah Er, dass jemand mit einem Streitwagen kam, auf dessen Spitze die Fahne einer Palme war, und Er hat gefragt, „Wo ist Nimāi Panditas Haus? Wo ist Nimāi Panditas Haus?“ Jemand hat Ihm dann gesagt: „Hier ist Nimāi Panditas Haus.“

    Mahāprabhu hat Seinen Anhängern offenbart: „Eine große Persönlichkeit ist letzte Nacht nach Navadvīpa Dhāma gekommen. Ihr, (Śrīvāsa und andere) solltet versuchen, diese große Person ausfindig zu machen.“ Die Vaishnavas versuchten ihr bestes, sie suchten in allen Ecken und Winkeln, aber konnten Śrī Nityānanda Prabhu nirgendwo finden. Sie berichteten Mahāprabhu: „Wir haben alles versucht, aber wir konnten keine Spur einer noblen Person, eines Heiligen oder irgendeines großen Mannes entdecken.“

  • Der freie Fluss 
des Absoluten

    Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit dieser Welt nicht zufrieden bin – Leben, Tod, Qualen, all diese Dinge, janma-mrityu-jarā-vyādhi.

  • Die wunderbare Natur der Seele

    Das Bhagavatam sagt: muhyanti yat sūrayah. Am Anfang gibt das Bhagavatam diese Warnung, diese Ermahnung an die Gelehrten: „Ihr werdet alle sprachlos sein, wenn ihr versucht, auf diese Ebene zu gelangen.

  • Jenseits des Yogis

    Frage: Warum benutzen die Gauḍiya Vaishnavas für ihren Dienst zu Krishna keine Yogatechniken wie yoga-āsanas, prānayama usw.?

  • Intensives Vertrauen

    Krishna ist die Ekstase in Person und Er fühlt, kostet und genießt sich selbst. Aber nur durch Vertrauen ist es möglich, diese Ekstase und Freude auf andere zu übertragen und zu verbreiten.

  • Das Erwachen aus dem Traum

    अविस्मृतिः कृष्णपदारविन्दयोः
क्षिणोत्यभद्राणि च शं तनोति ।

    सत्त्वस्य शुद्धिं परमात्मभक्तिं
ज्ञानं च विज्ञानविरागयुक्तम् ॥

  • Über jedem Gesetz

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Alles ist dem Genuss des Herrn bestimmt. Wenn wir dieses Prinzip des Lebens verstehen können, dann ist es unsere Pflicht, nur das zu nehmen, was Er bereits genossen hat.

  • Die übermentale Ebene

    Frage: Was sollte die Haltung sein, während wir bhajan oder kīrtana ausführen?
    Srila Sridhara Maharaja: Meditation von formeller Natur hat hierbei keine große Wirkung.

  • Der Herr der Liebe

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Bhagavan bedeutet bhajanīya-guna-viśishtha: Er besteht aus solcher Substanz. Dass wenn wir mit Ihm in Berührung kommen, wir uns Ihm ergeben, Ihn verehren und unser Interesse mit Seinem eins werden lassen wollen. Wir möchten springen und uns zu Seinen Füßen werfen. Wir werden denken: „Wonach ich gesucht habe, der Herr meines Herzens, ich hab Ihn hier! Ich möchte nichts anderes mehr.“

  • Wahre Bildung

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Wie ist es möglich, dass jemand fähig ist, die universale Welle zu empfangen, wenn sein Geist völlig in alle Arten lokaler Interessen vertieft ist? Nur jemand, der alle Arten von lokalen Interessen aufgegeben hat und begierig ist, die universale Welle zu verstehen, kann die Dinge klar sehen. Arthesv abhijñah svarāt (SB 1.1.1): Was ist der Zweck von Bewegung in dieser Welt? Die Antwort ist klar: für Sich Selbst. Die Wirklichkeit ist für Sich Selbst, nicht um viele zufrieden zu stelle, sondern Einen.

  • Eine Marionette in den Händen des Unendlichen

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Fehlerfinden ist keine sehr gute Eigenschaft. Wir sollten die guten Eigenschaften sehen, das Gute im Universum. Und wir sollten predigen, dass das höchste Gute im Krishna-Bewusstsein zu finden ist. Eine positive Sache muss uns völlig in ihren Bann ziehen. Es ist nicht unsere Position andere zu beschuldigen, sondern das Gute herab zureichen. Das sollte unser oberstes Ziel im Leben sein. Wenn du versuchst, in jedem Fehler zu finden, wenn du aufgrund deines eigenen Interesses andere kritisierst, dann werden genau diese Fehler zu dir kommen – besonders dann, wenn das in der Gesellschaft von Vaishnavas stattfindet. Wenn du dich mit dem Gift im Körper eines anderen verbindest, dann wird das Gift in dich eindringen.

  • Bin ich dieser Körper?

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Ich bin nicht dieser physische Körper. Meine eigene physische Identifikation sollte hinterfragt werden, wenn ich mich zu sehr an die physische Schülernachfolge festklammere. Wer bin ich? Bin ich dieser physische Körper? Wenn ich spirituell bin, dann sollte ich auf der spirituellen Ebene meine spirituellen Augen benutzen und jedem nachfolgen, der tatsächlich Mahaprabhus Pfad folgt.

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam