Lecture of the day

Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit dieser Welt nicht zufrieden bin – Leben, Tod, Qualen, all diese Dinge, janma-mrityu-jarā-vyādhi.

Wenn jemand wirklich aufrichtig nach einem glücklichen Leben sucht, dann muss er alles versuchen, um aus dieser Welt befreit zu werden und einen anderen Ort zu erreichen – sein Zuhause. Zurück zu Gott, zurück nach Hause. Uns wird seit langer langer Zeit gesagt, dass wir ein Zuhause haben und es befindet sich im kühlenden Schatten der heiligen Füße unseres Herrn. Praktisch gesehen müssen wir diesen Punkt umfassend in unser Programm in unseren täglichen Tagesablauf einbinden: Wie kann ich aus diesem widerlichen Land entkommen und zurück in mein süßes und liebliches Zuhause gelangen? Und warum ist es süß? Unsere Aufgabe ist es, diese Fragen mit allem uns zur Verfügung stehenden Intellekt zu diskutieren. Obwohl der Intellekt nicht in der Lage ist, diese Dinge zu erkennen, so können wir doch auf negative Weise erkennen, dass dort das Positive zu finden ist. Sie sind bestrebt, uns dort hin zu bringen. Sie sind ehrlich. Deswegen möchten wir jenes Land als unser Heimatland annehmen, denn sie sind ehrlich. Dort herrscht Unendlichkeit und niemand wird unterdrückt.

Diese irdische Ebene ist nicht lebenswert, deswegen müssen wir einen lebenswerten Ort finden und auf der Suche nach diesem Land müssen wir vielleicht viele Leben verbringen. Bei dieser Suche gibt es keinen Verlust, denn das Land, in dem wir uns gegenwärtig befinden, ist nicht wünschenswert. Wenn dieses Gefühl in uns aufrichtig ist, dann ist es nicht verrückt, nach etwas Wünschenswertem zu suchen. Wir mögen viele Leben damit verbringen, unser süßes Zuhause zu finden, doch diese Anstrengung ist keine Verschwendung von Energie. Das ist nicht unlogisch, im Gegenteil, für uns ist das nur vernünftig.

Sāstra und yukti

Zuerst kommt sāstra, die offenbarten Schriften, der positive Beitrag. Danach folgt – untergeordnet – yukti oder Verstand. Logik ist untergeordnet und die positive Erweiterung aus der Welt der Wahrheit ist das Wahre. Das ist das Echte, Logik wird dem untergeordnet sein. Durch die Logik dieser irdischen Sphäre können wir nichts über das transzendentale Reich erfahren. Logik mag hier ihre Anwendung finden. Doch die Logik der Chemie kann nicht ohne Einschränkungen auf die Logik der Theologie angewandt werden. Alles hat seine eigene Logik. Die transzendentale Welt hat ihre eigene Logik, aber diese weltliche Logik kann uns teilweise in der Form von Analogie helfen.
Das Verständnis der fünf Ebenen des Wissens ist unendlich. Jede Einheit ist unendlich. Unendlich minus unendlich ist unendlich. Das bedeutet, die unendliche Welt von solcher Natur, dass wir uns immer in einer Position relativ zum Unendlichen befinden. Überall ist Zentrum, nirgendwo ist Peripherie.
Mahāprabhu selbst sagt: „Ich strebe nach der Wahrheit, Ich besitze sie nicht.“ Wahrheit ist etwas so wunderbares, eine so wundervolle Errungenschaft, dass Mahāprabhu, der Höchste, der Unendliche in Person, herab gekommen ist, um uns zu lehren und sogar Er sagt: „Ich stehe nur am Rand.“ In ähnlicher Weise hat Newton gesagt: „Ich sammle nur ein paar Kieselsteine vom Strand des Ozeans des Wissens. Der Ozean des Wissens erstreckt sich vor meinen Augen. Ich weiß mehr als ihr, weil ihr Dummköpfe behauptet, ich habe das Ende des Wissens erreicht. Aber das Ende kann niemals erreicht werden, man kann es nur berühren, nur mit einzelnen Punkten des Wissens in Berührung kommen.“ Newton hat so über das wissenschaftliche Verständnis dieser Welt gesprochen. Was ist dann mit dem unendlichen Wissen, wie verhält es sich dort? Wenn Newton über die Wissenschaft dieser Welt so sprechen kann, wie können wir es wagen, die wir immer über höhere und unendliche Themen sprechen, zu denken, dass wir nach ein paar ungeduldigen Minuten oder Tagen, nach ein paar Schritten, fähig sein werden, den Unendlichen zu kennen. Wir verraten uns selber! Wir gehen nicht auf den Unendlichen zu! Wir sollten nicht nur so viel Mut und so viel aufrichtige Hoffnung für das Beste, das es zu erlangen gibt, besitzen, dass wir nur ein schnelles Ergebnis wollen. Wir müssen bereit sein. Wir sind auf der Suche nach dem Unendlichen und wir müssen wirklich wollen, dass wir verwendet werden, aber nicht zu unserer Zufriedenstellung. „Stirb, um zu leben,“ hat Hegel gesagt. „Idealer Realismus“ ist der Name seiner Philosophie. In Wirklichkeit ist das Ideal wirklich. Alles beginnt mit der Idee, dann nimmt es Form an, es materialisiert sich.
„Er ist für sich selbst,“ hat Hegel gesagt, „alles ist für Ihn und auch wir sind für Ihn.“ Wir sind für Ihn bestimmt, wir müssen nach unserem Meister suchen, nicht nach einem Diener, der unsere Anordnungen ausführt. Und der Meister sagt: „Bereite dich auf Meinen Dienst vor, um Mich zufrieden zu stellen. Versuche für Meine Zufriedenstellung vollkommen zur Verfügung zu stehen. Nun, da dir Einlass gewährt wurde, denkst du, dass es dir erlaubt ist etwas zu stehlen und wieder zu verschwinden? Nein! Alle Rechte vorbehalten. Es ist nicht leicht, Rechte zu haben, hier in Meinem Reich Rechte zu erlangen. Ich bin solch ein Meister. Ich bin der vollkommene unabhängige Herrscher. Weil Ich allwissend bin, bin Ich der Autokrat. Du bist verwundbar und Ich bin der Beschützer, der starke Beschützer. Versuche zuerst, Vertrauen in meine universale Obhut zu entwickeln. Wenn du verstanden hast, dass Ich dein Beschützer bin, dann wirst du in deinem Inneren Frieden finden. Ich bin dein wohlmeinender Freund.“

bhoktāram yajña-tapasām sarva-loka-maheśvaram

suhridam sarva-bhūtānām jñātvā mām śāntim ricchati

„Ich bin das Zentrum der Verteilung von allem Guten. Ich stehe über allem. Wenn du so denken kannst, wirst du in dir Frieden finden, wo immer du auch sein magst. Ich bin alles, aber zur gleichen Zeit bin ich dein echter Freund. Ich habe von niemanden etwas zu befürchten, wer immer er auch sein mag und welche Position er auch inne haben mag. (BG 5.29)“
Er ist ein Autokrat, da das Gesetz von Ihm kommt. Der Autokrat steht über dem Gesetz, es entspringt Ihm. Wenn es viele gibt, dann gibt es Gesetze. Wenn es nur einen gibt, sind Gesetze unnötig. Und er ist ein Despot, aber der absolut allgute Despot. Wenn Sein Despotismus auch nur im geringsten eingeschränkt werden würde, dann wäre die Welt der Verlierer. Güte braucht ihren uneingeschränkten Fluss. Kann es dagegen irgendeinen Einwand geben? Güte muss ihre Freiheit haben, überall hin zu fließen. Wir nennen Ihn den „absoluten Guten“, was haben wir zu verlieren, wenn wir Ihm die vollkommene Herrschaft überlassen. Sollte die Herrschaft in den Händen der unwissenden Dummköpfe sein? Nein. Der absolut Gute muss absolute Freiheit besitzen. Nicht dass Gesetze seine Hände binden, denn dann werden wir die Verlierer sein.

  • Das Unkraut, das die bhakti-Pflanze erstickt

    Śrīla Bhakti Rakşak Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Warum geben so viele Personen, die Kŗşņa-Bewusstsein praktizieren, aus welchen Gründen auch immer die einmal erlangte Gemeinschaft mit bhaktas wieder auf?

    Śrīla Śrīdhara Gosvami: Im Allgemeinen ist das Leben der vollkommenen Hingabe keine leichte Sache. So viele Schwierigkeiten tauchen auf dem Weg auf: unsere früheren Neigungen und auch die Möglichkeit, aufgrund unseres freien Willens Vergehen durch die Wahl der Gedanken, Sprache und Taten zu begehen. Unser freier Wille ist fehlerhaft, nicht vollkommen. Er ist schwach und begrenzt. Sādhana bedeutet, etwas aufzugeben und etwas Neues anzunehmen und innerhalb dieses Vorganges können so viele Schwierigkeiten und Störungen aus unseren früheren Neigungen kommen, die es uns nicht erlauben ohne Probleme voranzuschreiten. Obwohl ich weiß, dass das eine höhere Form des Dienstes ist, erlauben mir meine frühere Neigungen nicht, das anzunehmen und die notwendigen Entsagungen und Prüfungen abzulegen. Es gibt so viele Probleme – wie Unkraut.

  • Vaişņava Sannyāsa

    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Śrī Caitanya hat an alle Vaişņavas die Anordnung gegeben zu predigen, was ist dann der besondere Nutzen des Lebensstandes von sannyāsa in unserer sampradāya, wenn Mahāprabhu gesagt hat, dass es in diesem Zeitalter, kali-yuga, verboten ist?
    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī: Die Antwort wird im Śrī Caitanya-caritāmŗta gegeben. Diese Frage stellt sich nicht nur für die Gaudiya-sampradāya, sondern auch für Nachfolger von Rāmānuja, Madhvācārya und sogar Śaňkarācārya. Die Buddhisten kümmern sich nicht um die Anweisungen der Purāņas, aber die Śaňkara-Schule und die Vaişņava-Schulen akzeptieren sannyāsa. Śaňkarā war ein sannyāsī, ebenso die meisten seiner Nachfolger. Und das gilt auch für die Rāmānuja-, Madhvācārya- und Vişņusvāmī-sampradāya. Die Erklärung ist wie folgt:
    Im kali-yuga ist sannyāsa im Sinne von striktem karma-sannyāsa verboten. Karma-sannyāsa bedeutet, dass man alles aufgibt, und diese Art von sannyāsa ist im kali-yuga nicht möglich.

  • Göttliche Entfaltung

    Frage: Wenn jemand behauptet, dass der Guru selbst persönlich zurückkehrt [um den Schüler zu befreien], ist das dann ein materielles Verständnis, ein falsches Verständnis?

  • Śrī Nityānanda Prabhu

    Mahāprabhu hat nicht so viele heilige Orte besucht. Er hat hauptsächlich den Süden Indiens bereist, nicht so sehr den Norden, außer Vrindāvana und Prayāga.

    Dvārakā und Badrinārāyana wurden von Mahāprabhu ausgelassen, aber Nityānanda Prabhu hat alle Pilgerorte besucht, die es in Indien gibt. Nach Mādhavendra Purīs Verscheiden wanderte Er zu allen heiligen Orten. In der Zwischenzeit kehrte Mahāprabhu aus Gayā zurück und begann Sein sankīrtana-līlā in Navadvīpa.

    Nityānanda wanderte überall umher und zuletzt kam Er nach Vrindāvana. Er war auf der Suche nach etwas Bestimmten, denn im Inneren identifizierte Er sich mit Baladeva. Als Er mit Krishna hier war, fühlte Er eine bestimmte Anziehung für Ihn. Als Er schließlich am Ende Seiner Pilgerreise nach Vrindāvana kam, begann Er sehr genau danach zu suchen, aber Er konnte nichts finden. Dann wurde Er von innen inspiriert. „Wo kann ich Krishna finden? Er ist jetzt in Navadvīpa. Dort werde ich hin gehen.“ Mit dieser Inspiration im Herzen erreichte Er Navadvīpa Dhāma. Mahāprabhu hatte bereits Seine sankīrtana-Bewegung begonnen und in der Nacht im Traum sah Er, dass jemand mit einem Streitwagen kam, auf dessen Spitze die Fahne einer Palme war, und Er hat gefragt, „Wo ist Nimāi Panditas Haus? Wo ist Nimāi Panditas Haus?“ Jemand hat Ihm dann gesagt: „Hier ist Nimāi Panditas Haus.“

    Mahāprabhu hat Seinen Anhängern offenbart: „Eine große Persönlichkeit ist letzte Nacht nach Navadvīpa Dhāma gekommen. Ihr, (Śrīvāsa und andere) solltet versuchen, diese große Person ausfindig zu machen.“ Die Vaishnavas versuchten ihr bestes, sie suchten in allen Ecken und Winkeln, aber konnten Śrī Nityānanda Prabhu nirgendwo finden. Sie berichteten Mahāprabhu: „Wir haben alles versucht, aber wir konnten keine Spur einer noblen Person, eines Heiligen oder irgendeines großen Mannes entdecken.“

  • Der freie Fluss 
des Absoluten

    Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit dieser Welt nicht zufrieden bin – Leben, Tod, Qualen, all diese Dinge, janma-mrityu-jarā-vyādhi.

  • Die wunderbare Natur der Seele

    Das Bhagavatam sagt: muhyanti yat sūrayah. Am Anfang gibt das Bhagavatam diese Warnung, diese Ermahnung an die Gelehrten: „Ihr werdet alle sprachlos sein, wenn ihr versucht, auf diese Ebene zu gelangen.

  • Jenseits des Yogis

    Frage: Warum benutzen die Gauḍiya Vaishnavas für ihren Dienst zu Krishna keine Yogatechniken wie yoga-āsanas, prānayama usw.?

  • Intensives Vertrauen

    Krishna ist die Ekstase in Person und Er fühlt, kostet und genießt sich selbst. Aber nur durch Vertrauen ist es möglich, diese Ekstase und Freude auf andere zu übertragen und zu verbreiten.

  • Das Erwachen aus dem Traum

    अविस्मृतिः कृष्णपदारविन्दयोः
क्षिणोत्यभद्राणि च शं तनोति ।

    सत्त्वस्य शुद्धिं परमात्मभक्तिं
ज्ञानं च विज्ञानविरागयुक्तम् ॥

  • Über jedem Gesetz

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Alles ist dem Genuss des Herrn bestimmt. Wenn wir dieses Prinzip des Lebens verstehen können, dann ist es unsere Pflicht, nur das zu nehmen, was Er bereits genossen hat.

  • Die übermentale Ebene

    Frage: Was sollte die Haltung sein, während wir bhajan oder kīrtana ausführen?
    Srila Sridhara Maharaja: Meditation von formeller Natur hat hierbei keine große Wirkung.

  • Der Herr der Liebe

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Bhagavan bedeutet bhajanīya-guna-viśishtha: Er besteht aus solcher Substanz. Dass wenn wir mit Ihm in Berührung kommen, wir uns Ihm ergeben, Ihn verehren und unser Interesse mit Seinem eins werden lassen wollen. Wir möchten springen und uns zu Seinen Füßen werfen. Wir werden denken: „Wonach ich gesucht habe, der Herr meines Herzens, ich hab Ihn hier! Ich möchte nichts anderes mehr.“

  • Wahre Bildung

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Wie ist es möglich, dass jemand fähig ist, die universale Welle zu empfangen, wenn sein Geist völlig in alle Arten lokaler Interessen vertieft ist? Nur jemand, der alle Arten von lokalen Interessen aufgegeben hat und begierig ist, die universale Welle zu verstehen, kann die Dinge klar sehen. Arthesv abhijñah svarāt (SB 1.1.1): Was ist der Zweck von Bewegung in dieser Welt? Die Antwort ist klar: für Sich Selbst. Die Wirklichkeit ist für Sich Selbst, nicht um viele zufrieden zu stelle, sondern Einen.

  • Eine Marionette in den Händen des Unendlichen

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Fehlerfinden ist keine sehr gute Eigenschaft. Wir sollten die guten Eigenschaften sehen, das Gute im Universum. Und wir sollten predigen, dass das höchste Gute im Krishna-Bewusstsein zu finden ist. Eine positive Sache muss uns völlig in ihren Bann ziehen. Es ist nicht unsere Position andere zu beschuldigen, sondern das Gute herab zureichen. Das sollte unser oberstes Ziel im Leben sein. Wenn du versuchst, in jedem Fehler zu finden, wenn du aufgrund deines eigenen Interesses andere kritisierst, dann werden genau diese Fehler zu dir kommen – besonders dann, wenn das in der Gesellschaft von Vaishnavas stattfindet. Wenn du dich mit dem Gift im Körper eines anderen verbindest, dann wird das Gift in dich eindringen.

  • Bin ich dieser Körper?

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Ich bin nicht dieser physische Körper. Meine eigene physische Identifikation sollte hinterfragt werden, wenn ich mich zu sehr an die physische Schülernachfolge festklammere. Wer bin ich? Bin ich dieser physische Körper? Wenn ich spirituell bin, dann sollte ich auf der spirituellen Ebene meine spirituellen Augen benutzen und jedem nachfolgen, der tatsächlich Mahaprabhus Pfad folgt.

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam