Lecture of the day

Frage: Wenn jemand behauptet, dass der Guru selbst persönlich zurückkehrt [um den Schüler zu befreien], ist das dann ein materielles Verständnis, ein falsches Verständnis?

Śrīla Bhakti Rakshaka Śrīdhara Gosvāmī: Ja. Der rote Faden bleibt, aber er wird nicht immer in der selben Form erscheinen, obwohl der Guru vielleicht zu Anfängern sagt, dass er zurückkehren wird. Aber schließlich können wir sehen, dass auch der Schüler in eine andere Gruppe wechselt und dann in wieder eine andere, und auf diese Weise allmählich seine Bestimmung erreicht. Entsprechend der Entfaltung seiner inneren Bedürfnisse wird der Wechsel der Abteilung stattfinden. Er wird immer seinen Guru wahrnehmen, immer wieder auf neue Weise. Auf den ersten Blick hat er seinen Guru auf eine bestimmte Weise wahrgenommen. Danach entsprechend seines Fortschritts wird er den selben Guru auf andere Weise sehen, und danach wird er eine neue Facette in seinem Gurudeva entdecken. Der Schüler wird denken: „Am Anfang konnte ich nicht so viel in meinem Guru wahrnehmen. Ich habe ihn auf bestimmte Weise wahrgenommen, aber jetzt kann ich mehr in ihm sehen und später noch mehr. Auf diese Weise gibt es eine göttliche Entfaltung. In dieser Welt gibt es Entfaltung und im höheren Reich gibt es Entfaltung. Āveśa: Der Guru ist so etwas wie saktyāveśa. Es gibt das „vorübergehende Kontingent“ von saktyāveśa, das für bestimmte Zeit, Ort oder Umstände ernannt wird und es gibt auch permanentes saktyāveśa. Aber in jedem Fall wird der Schüler, entsprechend der Notwendigkeit der Situation, durch das göttliche Zutun des Herrn, verbunden. Er wird kein Misstrauen verspüren, da er die innere Gegenwart fühlt. Er wird den Durst seines Herzens nach vollem Fortschritt stillen. In seinem Herzen werden göttliche Dinge offenbart werden und ein neuer Durst wird entstehen. Wer wird diesen neuen Durst stillen? Sein Guru. Er wird von seinem Guru gestillt werden und der Schüler wird kein „schlechtes“ Gefühl dabei haben. Da sein innerer Durst gestillt wird, wird er fühlen, „mein Gurudeva ist hier.“

Wo immer sich etwas – Schritt für Schritt – entfaltet und dem volle Aufmerksamkeit gegeben wird, dort können wir verstehen, dass von oben der Guru da ist. Gurudeva ist mein Führer. Während ich weitergehe, werden verschiedene Arten von Führung für mich notwendig sein – immer wieder neue Führung. Mein Fortschritt wird mich an verschiede Orte bringen und dort wird eine neue Art von Führung, ein neues Leben, zu mir kommen. Das ist der Lauf eines dynamischen Lebens und der innere Leitfaden ist: raso vai sah – der reine rasa, die reine Freude. Und mein innerstes Herz wird zustimmen: „Ja das ist das, was ich will. Das ist meine Bestimmung, das ist mein Glück.“
Andernfalls könnte kein madhyama-ādhikarī, der die Position eines Gurus inne und viele Schüler hat, und immer wieder zurückkehren muss, jemals ins nitya-līlā, das ewige Spiel des Höchsten, eintreten. Aber das kann nicht sein. Jeder, der mit einem echten Guru verbunden ist, wird zufrieden sein, denn der Herr ist in ihm anwesend. Ācāryam mām vijānīyāt sind nicht bloße Worte, dahinter steht eine große Bedeutung.

आचार्यं मां विजानीयान्नावमन्येत कर्हिचित् ।

न मर्त्यबुद्ध्यासूयेत सर्वदेवमयो गुरुः ॥

ācāryam mām vijānīyān nāvamanyeta karhicit

na martya-buddhyāsūyeta sarva-deva-mayo guruh 
 — Śrīmad Bhāgavatam
11.17.27

Krishna sagt: „Wage es nicht den ācārya einzuschränken. Du hast vielleicht eine hohe Position erreicht, aber solltest du dann denken, dass du den ācārya übertroffen hast, durch den du deine anfängliche Ausbildung im spirituellen Leben bekommen hast? Nein, nāvamanyeta, unterschätze ihn nicht, denke nicht er sei auf einer niedrigeren Postion. Ich selbst war da! Ich war in deinem Volksschullehrer, in deinem Mittelschullehrer und ich bin in deinem Universitätsprofessor. Deshalb nāvamanyeta – sieh nicht nur das Äußere. Ich selbst bin dein Lehrer in unterschiedlicher Gestalt. Das bin Ich.“
Sarva-deva-mayo guruh: der ācārya hat weiträumigere Eigenschaften als ein gewöhnlicher Vaishnava. Krishna sagt: „Für dich bin Ich dort. Und mayānukūlena nabhasvateritam – Ich stehe hinter so vielen ācāryas. Es gibt so viele ācāryas und Ich handle durch sie. Die ācāryas sind so viele Steuermänner auf vielen verschiedenen Schiffen und Ich bin der günstige Wind, der diese Schiffe antreibt und ihnen erlaubt Fortschritt zu machen. Deshalb solltest du den ācārya nicht unterschätzen. Versuche ihn auf der selben Stufe wie Mich zu sehen.

  • Das Unkraut, das die bhakti-Pflanze erstickt

    Śrīla Bhakti Rakşak Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Warum geben so viele Personen, die Kŗşņa-Bewusstsein praktizieren, aus welchen Gründen auch immer die einmal erlangte Gemeinschaft mit bhaktas wieder auf?

    Śrīla Śrīdhara Gosvami: Im Allgemeinen ist das Leben der vollkommenen Hingabe keine leichte Sache. So viele Schwierigkeiten tauchen auf dem Weg auf: unsere früheren Neigungen und auch die Möglichkeit, aufgrund unseres freien Willens Vergehen durch die Wahl der Gedanken, Sprache und Taten zu begehen. Unser freier Wille ist fehlerhaft, nicht vollkommen. Er ist schwach und begrenzt. Sādhana bedeutet, etwas aufzugeben und etwas Neues anzunehmen und innerhalb dieses Vorganges können so viele Schwierigkeiten und Störungen aus unseren früheren Neigungen kommen, die es uns nicht erlauben ohne Probleme voranzuschreiten. Obwohl ich weiß, dass das eine höhere Form des Dienstes ist, erlauben mir meine frühere Neigungen nicht, das anzunehmen und die notwendigen Entsagungen und Prüfungen abzulegen. Es gibt so viele Probleme – wie Unkraut.

  • Vaişņava Sannyāsa

    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Śrī Caitanya hat an alle Vaişņavas die Anordnung gegeben zu predigen, was ist dann der besondere Nutzen des Lebensstandes von sannyāsa in unserer sampradāya, wenn Mahāprabhu gesagt hat, dass es in diesem Zeitalter, kali-yuga, verboten ist?
    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī: Die Antwort wird im Śrī Caitanya-caritāmŗta gegeben. Diese Frage stellt sich nicht nur für die Gaudiya-sampradāya, sondern auch für Nachfolger von Rāmānuja, Madhvācārya und sogar Śaňkarācārya. Die Buddhisten kümmern sich nicht um die Anweisungen der Purāņas, aber die Śaňkara-Schule und die Vaişņava-Schulen akzeptieren sannyāsa. Śaňkarā war ein sannyāsī, ebenso die meisten seiner Nachfolger. Und das gilt auch für die Rāmānuja-, Madhvācārya- und Vişņusvāmī-sampradāya. Die Erklärung ist wie folgt:
    Im kali-yuga ist sannyāsa im Sinne von striktem karma-sannyāsa verboten. Karma-sannyāsa bedeutet, dass man alles aufgibt, und diese Art von sannyāsa ist im kali-yuga nicht möglich.

  • Göttliche Entfaltung

    Frage: Wenn jemand behauptet, dass der Guru selbst persönlich zurückkehrt [um den Schüler zu befreien], ist das dann ein materielles Verständnis, ein falsches Verständnis?

  • Śrī Nityānanda Prabhu

    Mahāprabhu hat nicht so viele heilige Orte besucht. Er hat hauptsächlich den Süden Indiens bereist, nicht so sehr den Norden, außer Vrindāvana und Prayāga.

    Dvārakā und Badrinārāyana wurden von Mahāprabhu ausgelassen, aber Nityānanda Prabhu hat alle Pilgerorte besucht, die es in Indien gibt. Nach Mādhavendra Purīs Verscheiden wanderte Er zu allen heiligen Orten. In der Zwischenzeit kehrte Mahāprabhu aus Gayā zurück und begann Sein sankīrtana-līlā in Navadvīpa.

    Nityānanda wanderte überall umher und zuletzt kam Er nach Vrindāvana. Er war auf der Suche nach etwas Bestimmten, denn im Inneren identifizierte Er sich mit Baladeva. Als Er mit Krishna hier war, fühlte Er eine bestimmte Anziehung für Ihn. Als Er schließlich am Ende Seiner Pilgerreise nach Vrindāvana kam, begann Er sehr genau danach zu suchen, aber Er konnte nichts finden. Dann wurde Er von innen inspiriert. „Wo kann ich Krishna finden? Er ist jetzt in Navadvīpa. Dort werde ich hin gehen.“ Mit dieser Inspiration im Herzen erreichte Er Navadvīpa Dhāma. Mahāprabhu hatte bereits Seine sankīrtana-Bewegung begonnen und in der Nacht im Traum sah Er, dass jemand mit einem Streitwagen kam, auf dessen Spitze die Fahne einer Palme war, und Er hat gefragt, „Wo ist Nimāi Panditas Haus? Wo ist Nimāi Panditas Haus?“ Jemand hat Ihm dann gesagt: „Hier ist Nimāi Panditas Haus.“

    Mahāprabhu hat Seinen Anhängern offenbart: „Eine große Persönlichkeit ist letzte Nacht nach Navadvīpa Dhāma gekommen. Ihr, (Śrīvāsa und andere) solltet versuchen, diese große Person ausfindig zu machen.“ Die Vaishnavas versuchten ihr bestes, sie suchten in allen Ecken und Winkeln, aber konnten Śrī Nityānanda Prabhu nirgendwo finden. Sie berichteten Mahāprabhu: „Wir haben alles versucht, aber wir konnten keine Spur einer noblen Person, eines Heiligen oder irgendeines großen Mannes entdecken.“

  • Der freie Fluss 
des Absoluten

    Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit dieser Welt nicht zufrieden bin – Leben, Tod, Qualen, all diese Dinge, janma-mrityu-jarā-vyādhi.

  • Die wunderbare Natur der Seele

    Das Bhagavatam sagt: muhyanti yat sūrayah. Am Anfang gibt das Bhagavatam diese Warnung, diese Ermahnung an die Gelehrten: „Ihr werdet alle sprachlos sein, wenn ihr versucht, auf diese Ebene zu gelangen.

  • Jenseits des Yogis

    Frage: Warum benutzen die Gauḍiya Vaishnavas für ihren Dienst zu Krishna keine Yogatechniken wie yoga-āsanas, prānayama usw.?

  • Intensives Vertrauen

    Krishna ist die Ekstase in Person und Er fühlt, kostet und genießt sich selbst. Aber nur durch Vertrauen ist es möglich, diese Ekstase und Freude auf andere zu übertragen und zu verbreiten.

  • Das Erwachen aus dem Traum

    अविस्मृतिः कृष्णपदारविन्दयोः
क्षिणोत्यभद्राणि च शं तनोति ।

    सत्त्वस्य शुद्धिं परमात्मभक्तिं
ज्ञानं च विज्ञानविरागयुक्तम् ॥

  • Über jedem Gesetz

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Alles ist dem Genuss des Herrn bestimmt. Wenn wir dieses Prinzip des Lebens verstehen können, dann ist es unsere Pflicht, nur das zu nehmen, was Er bereits genossen hat.

  • Die übermentale Ebene

    Frage: Was sollte die Haltung sein, während wir bhajan oder kīrtana ausführen?
    Srila Sridhara Maharaja: Meditation von formeller Natur hat hierbei keine große Wirkung.

  • Der Herr der Liebe

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Bhagavan bedeutet bhajanīya-guna-viśishtha: Er besteht aus solcher Substanz. Dass wenn wir mit Ihm in Berührung kommen, wir uns Ihm ergeben, Ihn verehren und unser Interesse mit Seinem eins werden lassen wollen. Wir möchten springen und uns zu Seinen Füßen werfen. Wir werden denken: „Wonach ich gesucht habe, der Herr meines Herzens, ich hab Ihn hier! Ich möchte nichts anderes mehr.“

  • Wahre Bildung

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Wie ist es möglich, dass jemand fähig ist, die universale Welle zu empfangen, wenn sein Geist völlig in alle Arten lokaler Interessen vertieft ist? Nur jemand, der alle Arten von lokalen Interessen aufgegeben hat und begierig ist, die universale Welle zu verstehen, kann die Dinge klar sehen. Arthesv abhijñah svarāt (SB 1.1.1): Was ist der Zweck von Bewegung in dieser Welt? Die Antwort ist klar: für Sich Selbst. Die Wirklichkeit ist für Sich Selbst, nicht um viele zufrieden zu stelle, sondern Einen.

  • Eine Marionette in den Händen des Unendlichen

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Fehlerfinden ist keine sehr gute Eigenschaft. Wir sollten die guten Eigenschaften sehen, das Gute im Universum. Und wir sollten predigen, dass das höchste Gute im Krishna-Bewusstsein zu finden ist. Eine positive Sache muss uns völlig in ihren Bann ziehen. Es ist nicht unsere Position andere zu beschuldigen, sondern das Gute herab zureichen. Das sollte unser oberstes Ziel im Leben sein. Wenn du versuchst, in jedem Fehler zu finden, wenn du aufgrund deines eigenen Interesses andere kritisierst, dann werden genau diese Fehler zu dir kommen – besonders dann, wenn das in der Gesellschaft von Vaishnavas stattfindet. Wenn du dich mit dem Gift im Körper eines anderen verbindest, dann wird das Gift in dich eindringen.

  • Bin ich dieser Körper?

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Ich bin nicht dieser physische Körper. Meine eigene physische Identifikation sollte hinterfragt werden, wenn ich mich zu sehr an die physische Schülernachfolge festklammere. Wer bin ich? Bin ich dieser physische Körper? Wenn ich spirituell bin, dann sollte ich auf der spirituellen Ebene meine spirituellen Augen benutzen und jedem nachfolgen, der tatsächlich Mahaprabhus Pfad folgt.

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam