Lecture of the day

Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī

Frage: Śrī Caitanya hat an alle Vaişņavas die Anordnung gegeben zu predigen, was ist dann der besondere Nutzen des Lebensstandes von sannyāsa in unserer sampradāya, wenn Mahāprabhu gesagt hat, dass es in diesem Zeitalter, kali-yuga, verboten ist?
Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī: Die Antwort wird im Śrī Caitanya-caritāmŗta gegeben. Diese Frage stellt sich nicht nur für die Gaudiya-sampradāya, sondern auch für Nachfolger von Rāmānuja, Madhvācārya und sogar Śaňkarācārya. Die Buddhisten kümmern sich nicht um die Anweisungen der Purāņas, aber die Śaňkara-Schule und die Vaişņava-Schulen akzeptieren sannyāsa. Śaňkarā war ein sannyāsī, ebenso die meisten seiner Nachfolger. Und das gilt auch für die Rāmānuja-, Madhvācārya- und Vişņusvāmī-sampradāya. Die Erklärung ist wie folgt:
Im kali-yuga ist sannyāsa im Sinne von striktem karma-sannyāsa verboten. Karma-sannyāsa bedeutet, dass man alles aufgibt, und diese Art von sannyāsa ist im kali-yuga nicht möglich.

In den śastra wird beschrieben, dass im satya-yuga ein Mensch solange am Leben ist, solange seine Knochen existieren. Die Lebenspanne der Knochen bestimmt die Lebensspanne des Menschen. Im treta-yuga bleibt das Leben vom Nervensystem erhalten. Aber es wird gesagt: kalav annāgataģ prāņaģ – im kali-yuga hängt das Überleben von Essen ab. Deswegen ist sannyāsa im strengeren Sinne im kali-yuga nicht möglich.
In einem früheren Zeitalter war Vālmīki so viele Jahre lang in tapasya vertieft, dass Insekten seinen Körper gefressen und sein Fleisch in Erde verwandelt haben. Trotzdem war er noch in seinen Knochen anwesend. Später durch ein spirituelles Wunder wurde sein Körper wieder hergestellt. Aber im kali-yuga kann man ohne Essen nicht überleben. Alle Entsagungen wurden für das kali-yuga angepasst. Die längste Fastenzeit, die im kali-yuga erlaubt ist, ist vierundzwanzig Stunden, nicht mehr. In anderen Zeitaltern war es normal, zwölf Tage zu fasten. Wenn jemand etwas falsch gemacht hatte, dann war ein Fasten von zwölf Tagen gemäß der smŗti-śāstra die übliche Strafe für jede Sünde. Aber im kali-yuga sind vierundzwanzig Stunden das Maximum, denn ohne Essen kann der Mensch nicht überleben. Wenn er also karma-sannyāsa annehmen müsste, während er so stark von materiellem Geben und Nehmen abhängig ist, dann könnte er seine Existenz nicht aufrecht erhalten.
Aber das Leben eines vaişņava-tridaņďī-sannyāsīs, das nicht so radikal ist – nimm prasāda und verrichte Dienst –, ist eine Art modifizierte Form, die auf dem Prinzip yuktāhāra-vihārasya beruht. Jemand der dieses Prinzip befolgt kann sannyāsa nehmen. Mahāprabhu nahm sannyāsa, Śaňkarācārya Rāmānuja – all die Pioniere der verschiedenen sampradāyas nahmen sannyāsa. Das wurde zwar als karma-sannyāsa interpretiert, aber sannyāsa ist von verschiedener Natur.
Es gibt auch vidvat-sannyāsa, das von jenen, die nach Befreiung streben, als das höchste angesehen wird. Ihre Auffassung ist, dass, wenn jemand vollkommen erkannt hat, dass seine Verbindung mit der materiellen Sphäre eine negative ist, dann wird er alle materiellen Fesseln ablegen und in das spirituelle Reich eingehen. Wenn er vollkommen in der festen Überzeugung „meine Verbindung mit der materiellen Welt wird mir schaden“ verankert ist, dann wird er seinen Körper aufgeben und in den spirituellen Himmel aufsteigen. Das ist vidvat-sannyāsa.
Es gibt auch narottama-sannyāsa (Śrīmad Bhāgavatam 1.13.27):

यः स्वकात्परतो वेह जातनिर्वेद आत्मवान ।

हृदि कृत्वा हरिं गेहात प्रव्रजेत स नरोत्तमः ॥

yaģ svakāt parato veha jāta-nirveda ātmavān

hŗdi kŗtvā hariń gehāt pravrajet sa narottamaģ

Im narottama-sannyāsa hat man die Gegenwart oder Existenz Gottes im Herzen verwirklicht und in Gedanken an Ihn verlässt man seine gegenwärtigen Beschäftigungen und Haushaltspflichten und lebt außerhalb, sei es unter einem Baum oder in einer Höhle, und kümmert sich nicht um die körperlichen Notwendigkeiten. Man gibt nicht auf der Stelle den Körper auf, sondern man nimmt Essen zu sich, das man ohne Bemühung bekommt, und wenn man nichts bekommt, dann fastet man. Man verlässt das Haus für Gott – das ist narottama-sannyāsa.
Und es gibt verschiedene Stufen von sannyāsa, die in den śāstra erwähnt werden: kuţīcaka, bahūdaka, hańsa und paramahańsa. Aber tridaņďī-sannyāsa der Vaişņavas bedeutet, sich vollkommen im Dienste des Höchsten Herrn zu betätigen, indem man Seine Botschaft verbreitet und so der Gesellschaft dient, und diese Eigenschaft unterscheidet tridaņďī-sannyāsa wesentlich von den anderen Arten von sannyāsa. Der tridaņďī-sannyāsī nimmt nicht die Haltung oder Taktik an, alle weltlichen Beschäftigungen aufzugeben, weil er von Verlockungen der Welt angewidert ist. Anstatt dessen widmet er sich unter der Führung eines Vertreters der höheren Welt einer höheren Aufgabe, die dieser höheren Welt entspringt. Deshalb ist sein Körper von Nutzen. Während er hier bleibt, seine Verbindung mit hier aufrecht erhält, nimmt er Dinge der höheren Welt und verteilt sie in dieser Welt. Das ist eine andere Auffassung von sannyāsa, eine mit positivem Wert. Das ist eine ähnliche Beschäftigung, wie die der engsten Gefährten des Herrn. Wenn ein avatāra des Herrn herab kommt, dann werden Seine liebsten pārşadas, Seine Freunde und Diener, ebenfalls von Ihm herabgesandt, um Ihm zu helfen. Von diesen Vertretern der höheren Welt erhalten einige „Unterhändler“ bestimmte Aufgaben und indem sie sich kraft dieser Anweisungen in dieser Welt bewegen, können sie mehr spirituellen Reichtum verdienen als jene, die sehr bestrebt sind, sich vollkommen von der materiellen Ebene zu lösen. Sie möchten ihre Verbindung mit dieser irdischen Ebene dafür verwenden, substantiellen Reichtum der höheren Ebene zu verdienen. Deshalb möchten die tridaņďī-sannyāsīs ähnlich den ewigen Gefährten des Herrn als Gottes Vertreter arbeiten.

  • Das Unkraut, das die bhakti-Pflanze erstickt

    Śrīla Bhakti Rakşak Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Warum geben so viele Personen, die Kŗşņa-Bewusstsein praktizieren, aus welchen Gründen auch immer die einmal erlangte Gemeinschaft mit bhaktas wieder auf?

    Śrīla Śrīdhara Gosvami: Im Allgemeinen ist das Leben der vollkommenen Hingabe keine leichte Sache. So viele Schwierigkeiten tauchen auf dem Weg auf: unsere früheren Neigungen und auch die Möglichkeit, aufgrund unseres freien Willens Vergehen durch die Wahl der Gedanken, Sprache und Taten zu begehen. Unser freier Wille ist fehlerhaft, nicht vollkommen. Er ist schwach und begrenzt. Sādhana bedeutet, etwas aufzugeben und etwas Neues anzunehmen und innerhalb dieses Vorganges können so viele Schwierigkeiten und Störungen aus unseren früheren Neigungen kommen, die es uns nicht erlauben ohne Probleme voranzuschreiten. Obwohl ich weiß, dass das eine höhere Form des Dienstes ist, erlauben mir meine frühere Neigungen nicht, das anzunehmen und die notwendigen Entsagungen und Prüfungen abzulegen. Es gibt so viele Probleme – wie Unkraut.

  • Vaişņava Sannyāsa

    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī

    Frage: Śrī Caitanya hat an alle Vaişņavas die Anordnung gegeben zu predigen, was ist dann der besondere Nutzen des Lebensstandes von sannyāsa in unserer sampradāya, wenn Mahāprabhu gesagt hat, dass es in diesem Zeitalter, kali-yuga, verboten ist?
    Śrīla Bhakti Rakşaka Śrīdhara Gosvāmī: Die Antwort wird im Śrī Caitanya-caritāmŗta gegeben. Diese Frage stellt sich nicht nur für die Gaudiya-sampradāya, sondern auch für Nachfolger von Rāmānuja, Madhvācārya und sogar Śaňkarācārya. Die Buddhisten kümmern sich nicht um die Anweisungen der Purāņas, aber die Śaňkara-Schule und die Vaişņava-Schulen akzeptieren sannyāsa. Śaňkarā war ein sannyāsī, ebenso die meisten seiner Nachfolger. Und das gilt auch für die Rāmānuja-, Madhvācārya- und Vişņusvāmī-sampradāya. Die Erklärung ist wie folgt:
    Im kali-yuga ist sannyāsa im Sinne von striktem karma-sannyāsa verboten. Karma-sannyāsa bedeutet, dass man alles aufgibt, und diese Art von sannyāsa ist im kali-yuga nicht möglich.

  • Göttliche Entfaltung

    Frage: Wenn jemand behauptet, dass der Guru selbst persönlich zurückkehrt [um den Schüler zu befreien], ist das dann ein materielles Verständnis, ein falsches Verständnis?

  • Śrī Nityānanda Prabhu

    Mahāprabhu hat nicht so viele heilige Orte besucht. Er hat hauptsächlich den Süden Indiens bereist, nicht so sehr den Norden, außer Vrindāvana und Prayāga.

    Dvārakā und Badrinārāyana wurden von Mahāprabhu ausgelassen, aber Nityānanda Prabhu hat alle Pilgerorte besucht, die es in Indien gibt. Nach Mādhavendra Purīs Verscheiden wanderte Er zu allen heiligen Orten. In der Zwischenzeit kehrte Mahāprabhu aus Gayā zurück und begann Sein sankīrtana-līlā in Navadvīpa.

    Nityānanda wanderte überall umher und zuletzt kam Er nach Vrindāvana. Er war auf der Suche nach etwas Bestimmten, denn im Inneren identifizierte Er sich mit Baladeva. Als Er mit Krishna hier war, fühlte Er eine bestimmte Anziehung für Ihn. Als Er schließlich am Ende Seiner Pilgerreise nach Vrindāvana kam, begann Er sehr genau danach zu suchen, aber Er konnte nichts finden. Dann wurde Er von innen inspiriert. „Wo kann ich Krishna finden? Er ist jetzt in Navadvīpa. Dort werde ich hin gehen.“ Mit dieser Inspiration im Herzen erreichte Er Navadvīpa Dhāma. Mahāprabhu hatte bereits Seine sankīrtana-Bewegung begonnen und in der Nacht im Traum sah Er, dass jemand mit einem Streitwagen kam, auf dessen Spitze die Fahne einer Palme war, und Er hat gefragt, „Wo ist Nimāi Panditas Haus? Wo ist Nimāi Panditas Haus?“ Jemand hat Ihm dann gesagt: „Hier ist Nimāi Panditas Haus.“

    Mahāprabhu hat Seinen Anhängern offenbart: „Eine große Persönlichkeit ist letzte Nacht nach Navadvīpa Dhāma gekommen. Ihr, (Śrīvāsa und andere) solltet versuchen, diese große Person ausfindig zu machen.“ Die Vaishnavas versuchten ihr bestes, sie suchten in allen Ecken und Winkeln, aber konnten Śrī Nityānanda Prabhu nirgendwo finden. Sie berichteten Mahāprabhu: „Wir haben alles versucht, aber wir konnten keine Spur einer noblen Person, eines Heiligen oder irgendeines großen Mannes entdecken.“

  • Der freie Fluss 
des Absoluten

    Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit dieser Welt nicht zufrieden bin – Leben, Tod, Qualen, all diese Dinge, janma-mrityu-jarā-vyādhi.

  • Die wunderbare Natur der Seele

    Das Bhagavatam sagt: muhyanti yat sūrayah. Am Anfang gibt das Bhagavatam diese Warnung, diese Ermahnung an die Gelehrten: „Ihr werdet alle sprachlos sein, wenn ihr versucht, auf diese Ebene zu gelangen.

  • Jenseits des Yogis

    Frage: Warum benutzen die Gauḍiya Vaishnavas für ihren Dienst zu Krishna keine Yogatechniken wie yoga-āsanas, prānayama usw.?

  • Intensives Vertrauen

    Krishna ist die Ekstase in Person und Er fühlt, kostet und genießt sich selbst. Aber nur durch Vertrauen ist es möglich, diese Ekstase und Freude auf andere zu übertragen und zu verbreiten.

  • Das Erwachen aus dem Traum

    अविस्मृतिः कृष्णपदारविन्दयोः
क्षिणोत्यभद्राणि च शं तनोति ।

    सत्त्वस्य शुद्धिं परमात्मभक्तिं
ज्ञानं च विज्ञानविरागयुक्तम् ॥

  • Über jedem Gesetz

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Alles ist dem Genuss des Herrn bestimmt. Wenn wir dieses Prinzip des Lebens verstehen können, dann ist es unsere Pflicht, nur das zu nehmen, was Er bereits genossen hat.

  • Die übermentale Ebene

    Frage: Was sollte die Haltung sein, während wir bhajan oder kīrtana ausführen?
    Srila Sridhara Maharaja: Meditation von formeller Natur hat hierbei keine große Wirkung.

  • Der Herr der Liebe

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Bhagavan bedeutet bhajanīya-guna-viśishtha: Er besteht aus solcher Substanz. Dass wenn wir mit Ihm in Berührung kommen, wir uns Ihm ergeben, Ihn verehren und unser Interesse mit Seinem eins werden lassen wollen. Wir möchten springen und uns zu Seinen Füßen werfen. Wir werden denken: „Wonach ich gesucht habe, der Herr meines Herzens, ich hab Ihn hier! Ich möchte nichts anderes mehr.“

  • Wahre Bildung

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Wie ist es möglich, dass jemand fähig ist, die universale Welle zu empfangen, wenn sein Geist völlig in alle Arten lokaler Interessen vertieft ist? Nur jemand, der alle Arten von lokalen Interessen aufgegeben hat und begierig ist, die universale Welle zu verstehen, kann die Dinge klar sehen. Arthesv abhijñah svarāt (SB 1.1.1): Was ist der Zweck von Bewegung in dieser Welt? Die Antwort ist klar: für Sich Selbst. Die Wirklichkeit ist für Sich Selbst, nicht um viele zufrieden zu stelle, sondern Einen.

  • Eine Marionette in den Händen des Unendlichen

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Fehlerfinden ist keine sehr gute Eigenschaft. Wir sollten die guten Eigenschaften sehen, das Gute im Universum. Und wir sollten predigen, dass das höchste Gute im Krishna-Bewusstsein zu finden ist. Eine positive Sache muss uns völlig in ihren Bann ziehen. Es ist nicht unsere Position andere zu beschuldigen, sondern das Gute herab zureichen. Das sollte unser oberstes Ziel im Leben sein. Wenn du versuchst, in jedem Fehler zu finden, wenn du aufgrund deines eigenen Interesses andere kritisierst, dann werden genau diese Fehler zu dir kommen – besonders dann, wenn das in der Gesellschaft von Vaishnavas stattfindet. Wenn du dich mit dem Gift im Körper eines anderen verbindest, dann wird das Gift in dich eindringen.

  • Bin ich dieser Körper?

    Srila BR Sridhara Gosvami

    Ich bin nicht dieser physische Körper. Meine eigene physische Identifikation sollte hinterfragt werden, wenn ich mich zu sehr an die physische Schülernachfolge festklammere. Wer bin ich? Bin ich dieser physische Körper? Wenn ich spirituell bin, dann sollte ich auf der spirituellen Ebene meine spirituellen Augen benutzen und jedem nachfolgen, der tatsächlich Mahaprabhus Pfad folgt.

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam