Lecture of the day

Om Vishnupada Srila BV Puri Gosvami Maharaj

 

Unsere sāstra, die offenbarten Schriften, geben uns die Warnung, nur solche spirituellen Themen zu hören, die von großen verwirklichten Bhaktas erzählt, verfaßt oder anerkannt werden. Alt oder modern – kein Schriftwerk, auch wenn es von Gott handelt, das der Feder von weltlich gesinnten Menschen entspringt, wird uns das gewünschte Ergebnis bringen. 

Sie erzählen Dinge von ihrer mentalen Ebene, und oft geben sie es in einer neuen oder sogar falschen Form wieder. Es ist segensreich, wünschenswert und notwendig spirituelle Vorträge von Personen zu hören, die Gott verwirklicht haben, und die durch ihr Leben ein Beispiel dieser wertvollen Lehren geben. Von allen Büchern, die gehört werden sollten, śravana, empfehlen sie Srimad Bhagavatam. Es wird als das beste angesehen. Im Srimad Bhagavatam haben wir die Kombination beider oben erwähnter Qualifikationen. Es wurde vom großen Krishna Dvaipayana Vedavyasa, einer Manifestation unseres Herrn, verfaßt, und von großen Bhaktas wie Sukadev, Suta Gosvami und anderen gesprochen. Es enthält die Quintessenz aller sāstra der Welt. Es ist die Essenz aller sāstra, all der offenbarten Schriften dieser Welt.
Rasika Bhaktas, die einem der fünf spirituellen Haupt-rasas angehören, śānta rasa, dāsya rasa, sakhya rasa, vatsalya rasa und madhura rasa, diese bhāvukas, in denen sich die spontane Liebe zu Bhagavan manifestiert hat, trinken mit vollen Zügen diesen nektargleichen rasa, bis sie vollkommen mit Hingabe, immerwährender Freude, gesättigt sind.
Das Srimad Bhagavatam ist die vollkommen gereifte Frucht des Wunschbaumes der Vedas. Nigama kalpa taror galitam phalam. Die vedischen Schriften gleichen einem Wunschbaum. Und das Srimad Bhagavatam ist die vollkommen gereifte Frucht dieses Wunschbaumes. Diese Frucht ist auf die Erde gefallen – vom heiligen Mund des großen Weisen Sukadev. Diese Frucht unterscheidet sich von anderen Früchten, da sie frei von jedem Abfall ist. Nichts muß weggeworfen werden. Die gesamte Frucht kann verwendet werden – bei gewöhnlichen Früchten wirft man die Schale oder Kerne weg, oder beides – aber von dieser Frucht sollte nichts weggeworfen werden. Jedes Atom dieser Frucht ist nutzbringend. Deswegen sollten Schale, Fasern oder Kern nicht weggeworfen werden. Und sie enthält rasa, die höchst wundervollen und fesselnden transzendentalen Spiele des Heiligen Namens.
Es ist unbedingt notwendig, die Echtheit von dem, was wir gehört haben, genauestens zu überprüfen. Bevor wir irgendeinen spirituellen Vorgang aufnehmen, müssen wir seinen theoretischen Aspekt durchgehen. Vom theoretischen Aspekt muß man hören. Das sind die sāstra, die reinen Schriften. Śravana, hören, nimmt den ersten Platz der hingebungsvollen Praktiken ein.
Es gibt neun Arten der hingebungsvollen Praktiken. Eine davon ist śravana, hören. Man muß von einem echten, reinen, verwirklichten mahātma, sādhu, bhakta bhagavata hören. Und es wird gesagt, der Vorgang des Hörens wird von vielen Bhaktas auch noch dann weiter fortgesetzt, nachdem sie Bhagavan verwirklicht haben. Man kann hören, bis man den Herrn verwirklicht hat. Aber sogar nachdem sie den Herrn verwrklicht haben, vergessen die Bhaktas niemals, über den Ruhm des Herrn zu hören. Sie haben zum Herrn, Bhagavan, gebetet, Er möge ihnen unablässig den Segen erteilen, Seine transzendentalen Herrlichkeiten zu hören.

nātha yoni-sahasresu eşu yesu bhramāmy aham

tatra tatrācyutā bhaktir cyutāstu drdhā tvayi

Prahlada wurde vom Herrn, Nrisimha, gefragt, nachdem Er Hiranyakasipu, seinen dämonischen Vater getötet hatte: „Prahlada, welche Segnung kann Ich dir erteilen?“
Darauf antwortete Prahlada: „Ich möchte keine Segnung von Dir.“
„Wirklich. Wie kann das sein. Es gibt niemanden in der Welt der Meine Segnungen zurückweisen kann. Ich bin bereit, dir eine Segnung zu geben, wie kannst du sie ablehnen?“
„Es stimmt, mein Herr. Ich möchte keine Segnung. Wenn ich eine Segnung annehme, dann werde ich nochmals Geburt nehmen. Ich bin Dein Diener. Meine Pflicht ist es, Dich zufrieden zu stellen. Ich besinge immer Deine Herrlichkeiten. Nicht nur in diesem Leben, in welcher Lebensform auch immer ich geboren werden sollte, möchte ich Deine Herrlichkeiten besingen. Deine Herrlichkeiten werde ich besingen, aber ich möchte keine Segnung von Dir haben, na bhrtyah sa vai vanik, ich bin dein Diener, kein Geschäftsmann.“
Sie haben zum Herrn, Bhagavan, gebetet, Er möge ihnen unablässig den Segen erteilen, Seine transzendentalen Herrlichkeiten zu hören. Das ist die Segnung. Sie sagen:
„Ich möchte nichts. Und wenn Du mir etwas geben möchtest, dann die Segnung, daß ich über Dich spreche, Dir diene, im nächsten Leben, oder in noch einem oder zwei oder drei Leben, oder in hunderten von Leben. Ich möchte eine Verbindung mit Dir haben, ich werde Dir dienen, ich werde Deine Herrlichkeiten besingen. Ich möchte nichts anderes.“
Das ist außergewöhnlich. Das ist das außergewöhnliche Verlangen eines Vaishnavas.

Regelmäßige Tempelprogramme

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam