Lecture of the day

Om Vishnupada Srila BV Puri Gosvami Maharaj

Nun sind wir als Menschen geboren worden. Nach der Geburt verbringen wir einige Zeit ohne jedes Wissen. Dann gehen wir zur Schule. Dort lernen wir etwas. Danach heiraten wir und vielleicht haben wir Kinder. Wir beschützen sie und geben ihnen zu Essen und Bildung. Dann werden wir alt und gehen weg. Der Tod wird zu uns kommen. Was ist der ewige Nutzen? Welchen spirituellen Nutzen konnten wir in diesem Leben erlangen – das ist die Frage. Wozu wird ein Mensch geboren, wächst heran, verdient Geld und gibt es wieder aus, baut so viele Häuser, Gebäude mit 15 oder 20 Stockwerken? Schließlich kommt das Alter und er verläßt diese Welt. Er versteht nicht, „Aus welchem Grund bin ich in diese Welt gekommen? Was habe ich getan in dieser Welt und was nehme ich mit mir?“ 

Äußerlich betrachtet nimmt er nichts mit. Mit leeren Händen ist er gekommen und mit leeren Händen geht er. Nur um sich zu erhalten, muß er hier mit anderen streiten und mit großen Schwierigkeiten und Leid kämpfen. Was ist das Ergebnis? Welchen Nutzen habe ich davon? Gemäß unserer Schriften wird ein Mensch die Reaktionen für alles, was er in seinem Leben getan hat, beim Tod mit sich nehmen. Das wird dann vergangenes Leben genannt. In diesem Leben nun wird er gemäß seiner vergangenen Aktivitäten genießen oder leiden. Und immer und immer wieder wird er Geburt nehmen und sterben. Das ist alles, was er hier macht. Manchmal reich, manchmal arm, manchmal Meister, manchmal Diener. Verschiedene Arten des Lebens muß er durchwandern. Und er kennt nicht den wahren Wert des Lebens. 
Wenn er ausreichend vom Glück begünstigt ist, dann wird er einem Heiligen oder sādhu begegnen. Und von ihm kann er genaueres über seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erfahren. In der menschlichen Lebensform wird alles – alle guten und schlechten Taten – aufgezeichnet. Dementsprechend wird er belohnt oder bestraft. Wenn er zu einem echten sādhu, Heiligen, kommt, wird dieser ihn aufklären: „Mein Junge, in deiner Vergangenheit warst du ein Tier oder ein Vogel, ein Hund oder eine Katze. Nun genießt du als Mensch.“ Die sādhus erscheinen gemäß meines Glücks. Wenn ich ausreichend vom Glück begünstigt bin, erlange ich die Gemeinschaft von sādhus und Heiligen. Durch ihre Lehren kann ich ein vollkommener Mensch in dieser Welt werden, und die nächste Welt wird auch vollkommen und glücklich sein. Jeder sehnt sich nach Glück, aber wo ist dieses Glück? Wir alle sitzen bequem in Sesseln, aber wir haben Bauchschmerzen. Sind wir glücklich? Nein. Niemand von uns ist glücklich. Obwohl wir für sehr kurze Zeit glücklich sein mögen, müssen wir die meiste Zeit leiden. Wir können von diesem Leid nur dann befreit werden, wenn wir uns den Lotusfüßen des Höchsten Herrn Krishna ergeben, wie Er sagte:

 

aham hi sarva-yajñānām bhoktā ca prabhur eva ca
— Bg 9.24
mattah parataram nānyat kiñcid asti dhanañjaya
— Bg 7.7

"Nichts ist größer als Ich oder über Mir. Ich bin der überlegene Höchste Herr. Ich bin der Schöpfer von allem, der Sterne, der Sonne, der verschiedenen Planeten. Alle bewegen sich gemäß Meines Willens." Wenn wir uns den Füßen des Höchsten Herrn ergeben und mit Glauben folgen, mit Dienst oder Hingabe folgen, dann werden wir sehr glücklich darüber sein, was die Weisen sagen.
Unser Chaitanya Mahaprabhu erschien in Indien, am Ufer der Ganga in Navadvipa, in der Nähe von Calcutta. Er blieb nur für 48 Jahre. Er nahm Sannyas im Alter von 24 Jahren. Die verbleibenden 24 Jahre seines Lebens reiste Er durch ganz Indien und verkündete die einfachste Methode, die sicherste Methode der Gotteserkenntnis. Das können wir erlangen, wenn wir den Lehren des Herrn, der Bhagavad-gita, den Vedas, des Mahabharata oder des Ramayana folgen.
Alle diese großenWerke sagen uns, es gibt vier yugas oder Zeitalter, satya-yuga, tretā-yuga, dvāpara-yuga und kali-yuga. Nun sind wir im Zeitalter des Kali. Kali-yuga ist das Zeitalter des Streitens, des Kämpfens. Nimand ist glücklich. Kein Land ist glücklich. Keine Stadt, kein Dorf ist glücklich. Alle kämpfen. Sie bemühen sich um Glück. Aber sie können das Glück nicht aus eigener Kraft erreichen. Unser Herr, Sri Chaitanya Mahaprabhu, sagt:

harer nāma harer nāma harer namaiva kevalam
kalau nāsty eva nāsty eva nāsty eva gatir anyatha

Im kali-yuga nur harināma, nur harināma, nur harināma. Hari, Govinda, Mukunda, Madhava, Madhusudana, es gibt Hunderte, Tausende von Namen – sahasra nāma. Diese Namen müssen wir wiederholen. Wir können Sie wiederholen in Begleitung von Trommeln, karatālas, Singen und Tanzen. Oder man kann sitzen und den Namen aussprechen. Dieser Name ist kein weltlicher Name, es ist ein transzendentaler Name. Und transzendentale Dinge können nur durch das Wiederholen dieses Namens erlangt werden.

hare krishna hare krishna krishna krishna hare hare

hare rāma hare rāma āma rāma hare hare

Wenn wir das in die Tat umsetzen und uns mit vollem Vertrauen an einen Heiligen wenden, dann beginnt sādhana, Praxis. Schritt für Schritt folgen dann die anderen Stufen bhajana-kriyā, anārtha-nivritti, nishtha, ruci, āsakti, bhāva, prema. Dann werden wir die letzte, die neunte Stufe, prema, erreichen. Nur durch das Wiederholen des Namens, das ist der einzige sādhana. Nicht yoga, nicht karma oder jñāna. Wenn du den Heiligen Namen wiederholst, wirst du Verwirklichung erlangen. Diese Verwirklichung ist Glück, wahres Glück. Du wirst niemals Angst haben, niemals traurig sein. Du wirst immer freudvoll sein. Was immer du machst, du wirst voller Freude sein.

 

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam