Der aufsteigende und der herabkommende Vorgang
 
 
 
 

Lecture of the day

Om Visnupada Sri Srimad Bhakti Vaibhava Puri Gosvami

Vrindavan 3/10/1992

Wenn wir die Freuden dieser Welt genießen wollen, dann werden wir leiden, denn alle Arten von Krankheiten werden uns heimsuchen. Es ist die Aufgabe der Natur, dass man nicht genießen kann. Wer genießt, wird weinen müssen, denn dieser Genuss ist nicht wirklich. Jemand mag sagen: „Ich weiß, dass dieser Genuss oder diese Anhaftung und ihre Nebenwirkungen mir nur Leid bringen werden. Ich weiß es, aber trotzdem kann ich sie nicht aufgeben.“ Angenommen jemand ist es gewöhnt, eine bestimmte Art von Speisen zu sich nehmen, oder hat Anhaftung an seine Frau und Kinder. Er weiß, dass er gezwungen sein wird, diese Dinge aufzugeben. Er ist sich der Nachwirkungen dieser Anhaftungen bewusst, trotzdem kann er sie nicht loslassen. Er ist kein īsvara, er ist nur ein unbedeutender jīva, und deswegen kann er sich nicht beherrschen. Īsvara kann Seine Sinne beherrschen, aber jīva nicht.
Trotzdem gibt der bhakta seinen bhajan nicht auf. Immer weint er nach Krishna: „Oh Krishna, ich weiß das sollte man nicht tun, aber ich mache das, weil ich gefallen bin. Bitte erhebe mich!“

Angenommen jemand hat eine Vorliebe für Mango oder was auch immer. Er weiß, es wird seiner Gesundheit schaden und er muss es aufgeben, aber er ist nicht in der Lage, sich zu beherrschen. Dann betet er: „Oh Herr, bitte hilf mir!“ Dieses Gebet wird ihm helfen. Wenn die Zeit reif ist, wird diese Anhaftung von selbst verschwinden. Wie auch immer, wenn wir plötzlich eine Sache aufgeben und eine andere annehmen, dann wird das nicht von Dauer sein. Weil das ist die Funktion der Natur. Deswegen braucht man genügend Kraft, um sich zu beherrschen. Selbstbeherrschung und Spontanität sind zwei verschiedene Dinge.
Es gibt eine Geschichte über Guru Nanak. Er mochte sehr gerne pāyasam – Reis, Milch und Zucker. Eines Tages aß er eine sehr große Menge von diesem pāyasam und er musste erbrechen. So an diesem Tag gab er es auf. Nachdem er erbrochen hatte, sagte er zu sich selbst: „Das ist passiert, weil ich solch eine Vorliebe für diese Speise hatte, so iss sie jetzt. Iss sie!“
Die Haltung eines bhaktas sollte sein: „Ich bin unfähig, meine Körperteile zu beherrschen. Ich bin nicht in der Lage, meine Organe zu kontrollieren. Der Herr muss mir helfen.“ Das ist der korrekte Vorgang. Guru Nanaks Annäherung war eine lange Prozedur, denn es war ein aufsteigender Vorgang, nicht ein herabkommender. Ohne die Hilfe des Herrn ergriff Guru Nanak die Initiative, diesen pāyasam aufzugeben. Er gab ihn auf, da besteht kein Zweifel, aber das bedeutet nicht, dass er Freude erlangt hat. Jemand mag alles unnötige aufgeben, aber das bedeutet nicht, dass er automatisch Freude erlangt. Was ist diese Freude? Den darśan des Herrn zu erlangen. Nichts außer dem kann Freude genannt werden. Die Freude der yogīs und jñānīs besteht darin, ihren Genuss zu entsagen, aber sie können nicht freudvoll sein. Rasa-varjań raso ’py asya parań drishtvā nivartate. Sie zwingen sich selbst und sagen: „Nein, ich möchte nicht genießen.“ Aber das wird niemals von Dauer sein. Nur wenn diese Loslösung auf natürliche Weise kommt, wird sie nachhaltig sein.
Ähnlich ist die Geschichte von Bilvamangala. Er war so sehr an Cintāmani, einer Prostituierten, angehaftet. Eines Tages wollte er den Fluss überqueren, um zu dieser Prostituierten zu gehen, aber es war Hochwasser. Da keine Boote verfügbar waren, sprang er in den Fluss. Glücklicherweise sah er eine Leiche, hielt sich an ihr fest und war auf diese Weise fähig, den Fluss zu überqueren. Er erreichte das Haus der Prostituierten, aber sie war im oberen Stockwerk, und es gab keine Möglichkeit, einzutreten. Dann sah er ein Seil, das von der Mauer herabhing. Er hielt sich daran fest und sprang über die Mauer. Er klopfte an die Türe der Prostituierten und ging hinein.
Als sie ihn sah, sagte Cintāmani: „Wie hast du es geschafft, hier her zu kommen?“ Er antwortete: „Da war ein Seil und mit dessen Hilfe konnte ich über die Mauer gelangen.“ „Aber da gibt es überhaupt kein Seil.“ Dann mit Hilfe einer Lampe sahen sie, dass es kein Seil, sondern eine Schlange war. „Du hast nicht bemerkt, dass es eine Schlange war? Und du hast den Fluss überquert, indem du dich an eine Leiche geklammert hast? Wenn du nur ein Prozent dieser Anziehung zu Krishna hättest, dann würdest du einen großen Nutzen haben.“ Sofort, als er diese Worte hörte, war er verwandelt. „Ja, du bist mein sikshā-guru, von heute an werde ich diese Anhaftung beenden.“
Danach ging er zu seinem diksha-guru Somagiri, um sannyāsa zu nehmen, und danach hat er sich die Augen ausgestochen, weil sie die Ursache seiner Misere waren. Das mag natürlich wie ein aufsteigender Vorgang aussehen, aber hat geweint und geweint nach Krishna. Er hat sich an all Seine līlās erinnert und schrieb Krishna-karnāmrita. Er hatte so große Anhaftung an Krishna. Welche Anhaftung er auch für die Prostituierte hatte, seine Anhaftung an Krishna war doppelt, dreifach oder hundert mal so groß. Auf diese Weise hat er viele wunderbare ślokas geschrieben und gesungen.
Er war ein blinder singender Mann und Krishna kam zu ihm und hat zugehört. Einmal als er endete, fragte Krishna ihn: „Wo möchtest du hingehen?“ „Ich möchte dorthin gehen!“ „Dann halte dich an Meiner Hand fest und komme mit Mir.“ Er nahm Krishnas Hand und wurde zu dem bestimmten Ort geführt. Dann sagte Krishna, „Hier ist der Ort, den du erreichen wolltest,“ und ging weg. Das ist die Stufe, die er erlangte. Das ist alles die Barmherzigkeit des Herrn. Ohne Seine Barmherzigkeit, hat Opfer keine Beständigkeit. Opfer hängt von den Segnungen des Herrn ab. Deswegen müssen wir von den Segnungen des Herrn abhängig sein.

 

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam