Geist, Hingabe und der Heilige Name
 
 
 
 

Lecture of the day

Om Vishnupāda Śrīla Bhakti Vaibhava Purī Gosvāmī

man-mana bhāva mad-bhakto mad-yājī mām namaskuru

mām evaishyasi satyam te pratijāne priyo ‘si me
    — BG 18.65

Mad-bhakto – sei Mein Geweihter. Mad-yājī bhāva – verehre Mich. Mam namaskuru – diene Mir. Namaskuru bedeutet namaskāram und die wahre Bedeutung von namaskāram ist, sich hinzugeben. „Ich falle ausgestreckt vor Dir auf den Boden und ergebe mich Dir. Bitte segne mich. Ich gebe mein Ego auf und weihe diesen Körper Dir. Mein Geist gehört Dir, alles gehört Dir. Ich bin Dein. Alle Universen sind Dein. Du bist der Höchste Meister.“ Wenn wir das tun, dann wird unsere Ergebenheit vollkommen sein.
Die Lehren der Bhagavad-gītā sagen, dass sich der Geist stets an den Herrn erinnern soll. Dass wir immer über Hingabe zum Herrn sprechen sollen, über Seine Namen, Seine Spiele und Seine Eigenschaften. Wir sollten immer wieder die Herrlichkeiten des Höchsten verkünden. Dann beginnt dein bhajan bzw. deine Verehrung. Dienst bedeutet nicht nur, etwas mit seinen Händen zu tun, sondern auch mit dem Geist. Der Geist muss Ihm hingegeben sein, muss Seinen Füßen dargebracht werden. Das ist Dienst, Dann wird Er uns segnen.

Der Geist ist zurzeit unabhängig, er will sich nicht hingeben. Er hält das Ego aufrecht, doch dieses Ego muss verschwinden. Wenn du dich hingibst, wird dieses Ego verschwinden und dann wirst du glücklich sein, wirst du Frieden empfinden. Śānti, śānti, śānti – was ist śānti? Śānti bedeutet, jemand will keine Wünsche haben, jemand will all seine Wünsche aufgeben. Erst dann können wir Frieden empfinden. Aber wie soll man alle Wünsche aufgeben? Das ist das Problem. Man kann nicht alle Wünsche aufgeben. Wünsche werden nicht von einem selbst erschaffen, sondern hängen ab von jemandes vergangenen Aktivitäten, die ihn dazu zwingen, über Dinge nachzudenken, zu denen er früher eine Beziehung hatte. Und nun können wir diese Beziehung nicht zerstören.
Nach und nach sollte der Geist schwächer werden. Nun ist er noch sehr stark. Der physische Körper kann zerstört werden, er kann nicht für lange Zeit überleben. Aber der Geist wird überleben. Obwohl dieser physische Körper schwach wird, wird es der Geist nicht, er bleibt stark. Wie kann man ihn schwächen? Wie kann man seine Neigung zum Genuss, seine Wünsche umlenken? Alles muss umgelenkt werden zum Dienst zu Śrī Krishna.
Du kannst den Geist nicht zerstören. Der Geist wird übrigbleiben und dich zerstören, denn er wird einen anderen Körper annehmen. Mana, buddhi und ahankāra – Geist, Intelligenz und falsches Ego – diese drei Dinge werden immer wieder Geburt nehmen. Hunderte, Tausende, Millionen von Geburten. Es lässt sich nicht errechnen und niemand weiß darüber Bescheid. Jeder steht unter dem Einfluss von māyā. Was geschah letzte Woche? Ich kann mich nicht erinnern. Was vor einem Jahr um diese Zeit geschah, weiß ich auch nicht mehr. Wie sollte ich mich also an frühere Geburten erinnern können? Ich habe im Grunde keine Erinnerung. Wir müssen uns stets an die gegenwärtige Situation anpassen und uns an den Herrn, an Śrī Krishna, erinnern. Wir sollten immer über Krishnas Taten lesen, vom Beginn Seines Lebens an. Er war 125 Jahre lang auf dieser Welt. Von Seinem Erscheinen bis zu Seinem Fortgehen vollbrachte Er so viele erhabene Spiele. Wenn wir über diese Spiele sprechen und hören, dann erreichen wir die Vollkommenheit.

śravanam kīrtanam vishnoh smaranam pāda sevanam

arcanam vandanam dāsyam sakhyam ātmā-nivedanam

iti pumsārpitā vishnau bhaktiś cen nava-lakshanā

kriyeta bhagavaty addhā tan manye ‘dhītam uttamam
    — SB 7.5.23–24

Es gibt diese neun Arten von bhakti: hören, sprechen, sich erinnern, Gebete darbringen, dienen, arcanam ausführen, Krishna als unseren Meister und uns als Seine Diener ansehen, Krishna als unseren ewigen Freund betrachten und uns Ihm ergeben, ātma-nivedanam.
Es gibt also neun Arten von bhakti. Wir können ein oder zwei Arten davon praktizieren oder alle zusammen. Es hängt von unserer Kraft ab. Eine Art ist, stets von Seiner Herrlichkeit zu hören, und das ist völlig ausreichend. Wenn wir die physische Fähigkeit zum Hören haben, kann jemand Tag und Nacht sprechen und ein anderer kann zuhören. Dieses Zuhören ist ebenfalls eine Art von bhakti. Wenn man zuhört, ist keine andere Betätigung nötig. Verrichte deinen täglichen Dienst und höre immer über die Herrlichkeiten Krishnas. Nachdem du es gehört hast, wiederhole es. Du magst Schwierigkeiten oder Widerwillen haben, diese Dinge zu wiederholen, aber beim Hören gibt es diese Schwierigkeiten nicht, du kannst immer damit glücklich sein, diesem Klang zuzuhören. Dieser Klang wird śabda-brahma genannt. Bhāgavata-nāma ist śabda-brahma. Diesen Klang muss man hören, nicht den Klang, der durch Raum und Luft erzeugt wird. Krishna ist śabda-brahma, Rāma ist śabda-brahma, Hari ist śabda-brahma.
Es gibt keinen Unterschied zwischen nāma und rūpa. Nāma und rūpa, beide sind Eins. Wenn du Krishna Krishna, Krishna, wiederholst, so ist dies derselbe Krishna, der im Tempel steht, derselbe Krishna, der vor fünftausend Jahren in Mathurā erschien, der Name Krishna und die Form Krishna sind Eins. Im Falle weltlicher Namen besteht ein Unterschied zwischen Namen und Form. Wenn wir aber von śabda-brahma reden, gibt es keinen Unterschied zwischen śabda und śabdi, zwischen nāma und nāmi, vāca und vācaka, beide sind Eins. Wenn jemand den heiligen Namen wiederholt – harer nāma, harer nāma, harer nāmaiva kevalam – ist das der sicherste, der einfachste Weg, um eine erhabene Stellung, um Reinheit zu erlangen. Um die Lotusfüße Krishnas zu erreichen, sollten wir diesen Namen wiederholen.

Erklärung einiger Sanskrit-Ausdrücke: arcanam: die Verehrung des Herrn im Tempel; ātma-nivedanam: Selbsthingabe; rūpa: Form, Gestalt, Schönheit; śabda, nāma, vāca: Klang, Name, Bezeichnung; śabdi, nāmi, vācaka: der Bezeichnete, der Inhaber des Namens

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam