Lecture of the day

Om Vishnupāda Śrīla Bhakti Vaibhava Purī Gosvāmī

Derzeit sehen wir den Herrn als Steinfigur, eine Gestalt aus Stein, dekoriert mit Kleidern. Wir können Seine Göttlichkeit nicht sehen, nicht, wie Er Sich bewegt, wie Er hört und alles annimmt, was wir Ihm darbringen.

Die pūjārīs, die Priester, sollten mit dem Herrn sprechen und Anweisungen von Ihm entgegennehmen. Der Diener des Herrn, der sevaka, wird Anweisungen vom Herrn bekommen, und wenn er etwas braucht, wird er zum Herrn beten und der Herr wird ihm antworten: „Ja, tu dies. Nein, tu das nicht.“ Es gab Vorkommnisse in Südindien zur Zeit Rāmānujas und auch danach, da es für die Leute ganz normal war, zum Herrn zu sprechen.

Als man annahm, Rāmānuja wolle nach Śrī Rangam gehen, sagten die bhaktas, sie wollen zum Herrn um Dessen Erlaubnis beten, und der Herr sagte zu ihnen: „Nein, jetzt darf er noch nicht gehen, er muss hier bleiben.“

Es gab da einen candāla, einen Angehörigen der niedrigsten Klasse, der aber ein großer Gottgeweihter war und ständig „Nārāyana, Nārāyana, Nārāyana“ sang. Obwohl er ein candāla war, wurde ihm der nārāyana-mantra gegeben. Eines Tages fiel er mitten unter dem Singen auf dem Weg nach Śrī Ranganātha ohnmächtig zu Boden. Um drei Uhr ging der pūjārī zum Tempel, um den Herrn aufzuwecken, und er sah den bhakta am Boden liegen. Aus Angst davor mit ihm zu sprechen und dadurch verunreinigt zu werden fragte er ihn nicht, ob er aufstehen wolle, sondern warf einen Stein nach ihm. Sofort stand der bhakta auf und weinend sagte er: „Ich habe ein großes Vergehen begangen, indem ich dem Priester den Weg versperrt habe, bitte verzeihe mir, mein Herr.“ Auf diese Weise jammernd, entfernte er sich. Als der pūjārī zum Tempeltor kam, sperrte er das Schloss auf, aber die Tür ließ sich nicht öffnen. Er betete zum Herrn: „O Herr, welches Vergehen habe ich begangen, dass die Tür sich nicht öffnet?“

Dann kam von innen die Anweisung: „Du hast eine große Sünde begangen gegenüber den Lotusfüßen dieses candālas, eines Vaishnavas. Du sollst ihn daher auf deinen Schultern tragen und den Tempel vier Mal umrunden, erst dann darfst du wieder in den Tempel hineingehen. Aber nimm kein Bad, bevor du den Tempel betrittst. Du sollst nicht denken, dass du durch die Berührung dieses candālas verunreinigt wirst.“ Der Herr Selbst sprach zu ihm!

Aber wie können wir das glauben? Wir können nicht glauben, solange wir diese Erfahrung nicht gemacht haben. Wir müssen auf diese Stufe kommen. Derzeit befinden wir uns nicht in der Position, um solche Dinge glauben zu können. Üblicherweise halten die Menschen dies für Unsinn, dass die Gestalt des Herrn im Tempel sprechen oder sich bewegen kann. Wie könnten sie dies auch glauben, solange sie es nicht mit ihren eigenen Augen gesehen haben? Die Leute sind heutzutage so sündhaft, dass sie gar nicht befähigt sind, den Herrn zu sehen oder Ihm irgendetwas darzubringen.

Aber der Herr wird die Gaben aus der Hand Seines Dieners entgegennehmen. In diesem Kali-yuga sind die Leute von allen möglichen schlechten Handlungen beeinflusst. Niemand glaubt an den Herrn. Es heißt, jemand muss reinen Herzens sein und darf keine Vergehen machen. Von den zehn Vergehen ist das erste sādhu-ninda. Wir dürfen einen sādhu nicht kritisieren. Wenn wir das tun, wird unsere spirituelle Praxis völlig zerstört sein.

सतां निन्दा नाम्नः परममपराधं वितनुते ।

यतः ख्यातिं यातं कथमु सहते तद्विगर्हम् ॥

satām nindā nāmnah paramam aparādham vitanute 

yatah khyātim yātam katham u sahate tad-vigarhām

Die Heiligen zu beleidigen, die ihr Leben dem Chanten des heiligen Namen und dem Verbreiten der Herrlichkeiten des Höchsten Herrn geopfert haben, ist das größte Vergehen. Der heilige Name, der nicht von Krishna verschieden ist, wird ein solche beleidigenden Taten niemals tolerieren. (Padma-Purāna, Brahma-Khanda 25.15)

Wenn wir einen sādhu erfreuen und seine Segnungen erhalten, werden wir mit Sicherheit die Segnungen des Herrn empfangen. Der Herr wird uns segnen, aber zuerst müssen wir die Segnungen des sādhus erhalten.

 

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam