Lecture of the day

Om Vishnupāda Śrīla Bhakti Vaibhava Purī Gosvāmī

Wenn wir entsprechend dem Wunsch unseres Gurus handeln wollen, dann müssen wir unsere Unabhängigkeit aufgeben und uns vom Guru abhängig machen. Śaranāgati ist der wichtigste Aspekt der Hingabe. Wenn wir den Heiligen Namen ohne Ergebenheit chanten, werden wir nur dharma, ārtha, kāma und mokṣa erlangen. Entsprechend dem Ausmaß unserer Ergebenheit werden wir in der Lage sein, unseren Geist zu kontrollieren, aber gegenwärtig werden wir von unserem vergangenen Karma beherrscht. Ein jñānī ist dem Herrn nicht ergeben, während sich ein bhakta völlig dem Herrn ergeben hat. Wenn wir uns dem Herrn hingeben, dann werden wir nicht mehr unabhängig handeln. Wenn wir uns dem Geist ergeben, dann werden wir niemals eine erhabene Stufe erlangen. Wir müssen den Heiligen Namen wiederholen, aber wir müssen mit Ergebenheit chanten.

Wie soll man demütiger als ein Grashalm werden?

Wir müssen vor Gurudeva weinen und ihn bitten, dass er uns die Kraft gibt, demütiger als ein Grashalm zu sein. Wir können Krishna nicht mit diesen materiellen Augen sehen. Nur der Guru kann die Form Krishnas offenbaren. Auch wenn man alle existierenden Lichtquellen anwenden mag, wird es trotzdem nicht möglich sein, Krishna zu sehen ohne die Segnungen des Gurus, ohne sich ihm zu ergeben.

Wir müssen alle Gefühle von Vergeltung in uns loslassen und Toleranz entwickeln. Sogar Bäume sind egoistisch. Neben den Wurzeln eines Baumes wachsen viele andere Pflanzen, aber der Baum wird sie mit seinem Schatten am Wachstum hindern, weil er selber über alle hinaus wachsen möchte. Der einzige Genießer ist Śrī Krishna, aber aufgrund von māyā möchten wir die Genießer sein. Der Herr muss mir die Stärke geben, damit ich mich vor jenen schützen kann, die meine Hingabe zerstören wollen. Er repräsentiert die höchste Gerichtsbarkeit und ich sollte meine Position an Ihn anpassen – während ich esse, schlafe, spreche oder denke.

Jemand, der sich Ihm ergibt, wird von Ihm beschützt werden wie Prahlāda oder Haridāsa Thākura, der über zweiundzwanzig Marktplätze geprügelt wurde, aber aufgrund seines Vertrauens in den Heiligen Namen kein Leid verspürte.

Man sollte keine Ambitionen haben, berühmt, geehrt oder verehrt zu werden. Wir sollten allen Lebewesen – den beweglichen und den unbeweglichen – unseren Respekt erweisen. Das ist das Wesen eines ergebenen Gottesverehrers. Wenn wir nach der Vollkommenheit streben, dann müssen wir Guru, Gaurānga und Rādhā Govinda verehren. Alles hängt von unserer Bemühung mit Vertrauen, Enthusiasmus und Geduld ab. Wenn wir uns keine Vergehen gegen die Füße des Gurus und der Vaishnavas zuschulden kommen lassen, dann werden wir Goloka erreichen.

Es gibt keinen Unterschied zwischen nāma und nāmī, dem Heiligen Namen und dem Herrn selbst. Nāma-sankīrtana muss mit einer ergebenen Haltung ausgeführt werden. Wir sollten den Namen nicht nur mit der Zunge wie ein Papagei wiederholen, sondern alle unsere Sinne sollten im Dienst des Herrn beschäftigt werden.

Der Guru ist wie ein Rettungshubschrauber, der eine Person retten kann, die immer mehr im Schlamm dieser materiellen Illusion versinkt. Wenn jemand anders versucht, jene Person zu retten, indem er ihr die Hand reicht, wird auch er unweigerlich von der versinkenden Person hinabgezogen werden. Nur eine sehr starker Vertreter des Herrn wie der echte spirituelle Meister kann eine bedingte Seele aus der Illusion befreien. Es ist nur durch seine Barmherzigkeit möglich. Aber auch unsere eigene Anstrengung ist von Nöten. Angenommen, du bist in einem Brunnenloch und jemand lässt ein Seil herab, um dich herauszuziehen, dann ist auch deine Anstrengung notwendig. Wenn du nicht den Wunsch hast herauszukommen, dann wird auch ein herabgelassenes Seil ohne Nutzen sein. Der Guru zieht jenes Seil, das seine Anweisungen und die Lehren repräsentiert, und wir müssen genügend Vertrauen besitzen, damit wir den Lehren folgen können, frei werden und unsere höchste Bestimmung erreichen können.

 Regelmäßige Tempelprogramme 

 

Sonntagsfest

 

17.00: Sankirtan
18.00: Vortrag
19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama
19.30: Prasadam
 

Morgenprogramm (täglich)

 

5.00: Mangala Arati
5.15: Tulasi Parikrama
5.30: Sankirtan anschl. Japa
7.45: Sringara Arati, anschl. Sankirtan
8.25: Lesung aus dem Srimad Bhagavatam
9.15: Guru Puja, anschl. Bhoga Arati
9.30: Prasadam
 

Abendprogramm (täglich außer Sonntag)

 

19.00: Sandhya Arati
19.15: Tulasi Parikrama, anschl. Sankirtan
19.45: Vortrag, anschl. Prasadam